Der Bottom-Button

Verehrte Gäste,
werte Kund*innen,

wie bereits Oscar Wilde zu sagen pflegte, ist Fortschritt die Entwicklung von Utopien und das haben wir uns zur Aufgabe gemacht.

Seitdem wir im vergangenen Jahr mit der Subrotation eine Weltneuheit – ach was rede ich, eine Offenbarung – vorgestellt haben, glühen bei uns die Leitungen und wir können uns vor Aufträgen nicht mehr retten. Völlig zu recht, wie Ihnen Dom:mes aus der ganze Welt berichten könnten.
Subrotation war einst Utopie. Die Verknüpfung ständiger Bereitschaft williger Subs mit einer artgerechten Aufbewahrungsmöglichkeit für jeden Geschmack.

Heute widmen wir uns einer neuen Vision. Einer Erfindung, die die Erziehung devoter Menschen zu einem Kinderspiel werden lässt, denn sind wir mal ehrlich: Was den Menschen steuert, ist seine Lust. Wollen wir also den Menschen lenken, müssen wir uns seiner Lust bemächtigen.

Jetzt werden Sie korrekter Weise anmerken, dass es zur Zügelung der Triebbefriedigung Keuschheitsgürtel und Käfige gibt und natürlich stimme ich Ihnen da zu. Wie könnte ich nicht? Aber wenn wir ehrlich sind, müssen wir feststellen, dass diese zumeist sperrig und nicht vollkommen sicher sind. Für die eine Trägerin reichen aufgelegte Vibrationen aus, um sich einen Orgasmus zu erschummeln, während der andere den erschlafften Penis mit viel unwürdigem Drücken und Ziehen aus der Hülle quetscht, um ihn nach dem Höhepunkt zurückzustopfen.

Ein*e brave*r Sub würde das nicht tun? Vielleicht nicht. Aber die Möglichkeit besteht dennoch und wir haben einen Weg gefunden, Subs Lust vollständig zu kontrollieren.

Kein Metall, keine Schlösser, keine äußerlich sichtbaren Anhängsel, die zu fragenden Blicken führen.
Der Bottom-Button ist völlig unsichtbar und zudem auch kaum tastbar.

Doch kommen wir zunächst zu seiner Funktion.

Mit dem Bottom-Button können Sie Subs Orgasmen rigoros unterdrücken. Angestaute Lust ist die eine Seite, doch sie werden keinen Cage mehr brauchen um zu verhindern, dass sich diese entlädt. Mit dem Bottom-Button verhindern Sie schlichtweg die Weiterleitung aller notwendigen Empfindungen, die auf kurz oder lang zu einem Höhepunkt führen würden.

Ja, Sie haben richtig gehört. Sub könnte sämtliche Wege gehen, die im Normalfall einen Orgasmus zur Folge hätten, wird dabei aber nichts spüren. Sie können sich das vorstellen, als hätten Sie ein lokales Anästhetikum injiziert. Maximal das Gefühl einer stumpfen Berührung wird zurückbleiben.

Weder die gängigen klitoralen Spielzeuge, noch vaginale oder anale Stimulationen könnten an diesem Punkt noch Abhilfe schaffen. Auch penetrativer Sex wird keinerlei Regungen auslösen. Ein Penis könnte geblasen oder gewichst werden und er würde hart sein, doch Subs Empfindung wird sich dabei einzig und allein auf ein wenig Druck und Berührung beschränken.

So erzeugt und garantiert der Bottom-Button sozusagen auf Knopfdruck eine Vielzahl an Empfindungen. Hingabe und ein bis ins Unendliche steigerbares Verlangen, Verzweiflung, Dankbarkeit, Frustration – wenn man das möchte – und auf der dominanten Seite die absolute Kontrolle.

Nun werden Sie sagen, es gibt Menschen, die die Lust verlieren, sobald ihnen für eine gewisse Zeit der Orgasmus verwehrt wurde und auch hier höre ich, Sie verfügen über präzises Fachwissen. Doch der Bottom-Button funktioniert nicht nur in eine Richtung. Denn er kann nicht nur die Empfindungen reduzieren, sondern sie im auch um ein Vielfaches steigern, sodass praktisch auf Kommando ein Orgasmus provoziert werden kann. Das erscheint Ihnen langweilig?

Wer von Ihnen bereits einmal angebettelt wurde, endlich kommen zu dürfen, kennt das erhebende Gefühl, das damit einhergeht. Haben Sie allerdings schon einmal die elysischen Klänge der Bettelei gehört, wenn Sub darum fleht, endlich nicht mehr kommen zu müssen?

Das ist es, was der Bottom-Button Ihnen verspricht. Nicht nur die völlige Gefühlslosigkeit, sondern auch eine Überempfindlichkeit, die Orgasmen bis zur Erschöpfung verspricht.

Einer nach dem anderen. Immer und immer wieder. Mit dem Bottom-Button haben es in der Hand. Sowohl die Verweigerung, als auch die vollkommende Überflutung. So, wie Sie es in diesem Moment wünschen und für richtig erachten. Ob angepasst an das Verhalten Ihres Gegenübers oder absolut willkürlich, ist Ihnen überlassen.

Werte Anwesende, sie werden mir zustimmen. Das klingt nicht nur verlockend, sondern das ist es auch. Der Bottom-Button hebt Kontrolle auf ein neues Level.

Und dafür bedarf es nur eines winzigen Implantats, das in einer ambulanten 20-minütigen OP von unseren kooperierenden Chirurgen fachgerecht eingesetzt wird. Die anschließende Funktionsprüfung führen Sie mit Sub gemeinsam durch. Dabei testen Sie unter professioneller Begleitung alle Funktionen vor Ort. Die Bedienung ist selbsterklärend und denkbar einfach, zugleich aber rigoros und für Sub unumgänglich.

Selbstverständlich können Sie den Bottom-Button ruhen lassen und Sub für eine von Ihnen festgelegte Zeit die volle Kontrolle über sich zugestehen, doch der wahre Reiz liegt sowohl beim direkten Umgang, als auch beim Spiel auf Distanz eindeutig auf Subs nicht vorhandener Selbstbestimmung.

Dazu sei gesagt, ob Sie neben Sub sitzen oder ein ganzer Kontinent sie voneinander trennt, spielt für die Funktion keine Rolle. Der Bottom-Button ist für jede Entfernung störungsfrei konzipiert.

Das Implantat wird durch Körperwärme betrieben und ist damit lebenslang funktionabel. Nach dem Einsetzen ist es sofort voll funktionstüchtig und führte bei unseren Tester*innen zu einer einhundertprozentigen Zufriedenheit, was auch immer das in diesem Kontext eben bedeuten kann.
*zwinkizwonki

Auch heute kann ich Ihnen garantieren, Sie werden nie wieder auf den Bottom-Button verzichten wollen. Die Kontrolle, die sie mit so wenig Aufwand erreichen und ausleben können, sucht ihresgleichen und ist eine Bereicherung für jede wie auch immer geartete Beziehung.

Kontrolle auf Knopfdruck. Nie war es einfacher, nie effizienter.
Vereinbaren Sie noch heute einen Termin bei einem Facharzt in Ihrer Nähe und profitieren Sie von nun an jeden Tag von dieser Investition in ein erfülltes Leben.

Vernissage der Lüste – Samuel 1/2

Die Aufregung der letzten Wochen fand im heutigen Tag ihren Höhepunkt. Auf den obligatorischen Pott Kaffee verzichtete Samuel bewusst. Nachdem er bereits eine Stunde vor dem Wecker erwacht und wortwörtlich aus dem Bett gesprungen war, um sich fertig zu machen, glich der Takt seines Herzens einem Pferd im Galopp. Die unruhige und beinahe schlaflose Nacht war in Anbetracht der Versprechungen dieses Tages bedeutungslos geworden.
Die Vernissage der Lüste. Ein Experiment, ein Abenteuer. Und Himmel er war so nervös, dass Koffein ihn vermutlich zum Explodieren gebracht hätte.

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Vernissage der Lüste – Lena 3/3

Dass sie dem Blick der Fremden nun nicht mehr standhalten konnte, schob sie auf die steigende Anspannung in ihrem Inneren. Lena schloss die Augen, genoss die Enge, als sie sich um den Metallschwanz und den Plug zusammenzog. Ihr Stöhnen schwoll an, wurde tiefer und ihr ganzer Körper schien explodieren zu wollen. Sie spürte die Welle auf sich zurasen und genoss den Scheitelpunkt, solange er anhielt. Diesen Punkt, der einmal erreicht keine Umkehr mehr zuließ. Der an dem jedes Molekül in ihr für einen Moment stillzustehen schien, um sie schon im nächsten in ein Chaos aus Empfindungen zu stürzen.

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Vernissage der Lüste – Lena 2/3

Irgendwann hatte sich der Security-Mann hinter sie gestellt und es fühlte sich gut an, ihn in dieser sonst eher machtlosen Position bei sich zu wissen. Sie sah ihn gerade nicht – durch das breite Halsband war ihr Sichtfeld stark begrenzt – doch selbst obwohl noch kein Besucher bei ihr war, zog er um das Podest bereits seine Runden. Und jedes Mal, wenn sie ihn dabei sehen konnte, warf er ihr ein zuversichtliches Lächeln zu. Soweit es ihr möglich war, versuchte sie sich erwidernd bemerkbar zu machen. Mit minimalen Regungen und er verstand.

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Vernissage der Lüste – Lena 1/3

Wie oft sie die Annonce gelesen hatte, wusste sie schon gar nicht mehr. Ein Fake, war ihr erster Gedanke gewesen. Oder irgendwas Kriminelles.

„Freiwillige für Kunstausstellung gesucht. Masochismus und Exhibitionismus sind nicht nur wünschenswert, sondern dringlichst erforderlich!“

Der Name einer Agentur, eine Telefonnummer und ein Künstler, den sie googelte, um mehr herauszufinden. Was das Netz zu ihrer Suche ausspuckte, hatte ihr Gänsehaut bereitet. Eine wohlige. Eine, die sich bis zwischen ihre Schenkel ausbreitete und dafür sorgte, dass ihre Finger unwillkürlich genau dorthin wanderten. Die ihre Lust erfühlten, welche allein durch die Bilder auf dem Laptop angeregt wurde.

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