In jedem Anfang…

So, nun ist es wohl offiziell. Der Mensch der mir in den letzten Wochen ausgesprochen verlockende Bilder in den Kopf gezaubert hat, schafft das und so vieles mehr auch ganz hervorragend im Reallife und ich bin noch immer zutiefst begeistert.
Meine anfängliche Nervosität beim ersten Date war wohl nicht zu übersehen. Da war die Sorge, er könnte trotz der phantastischen Kommunikation im Vorfeld, der Sympathie und den vielzähligen Interessensüberschneidungen enttäuscht sein. Weil… [ hier könnten ein paar merkwürdige Gründe stehen, die mein Kopf so produziert, wenn er zu viel Zeit zum Nachdenken hat ] …
Stattdessen schreibe ich lieber über einen großartigen Abend und die vielen Erlebnisse, die scheinbar der Anfang von etwas ganz Großem sind.

Schon vor dem Treffen hatte er mir erklärt, dass ich bei ihm Zuhause Klamotten nur mit seiner Erlaubnis würde tragen dürfen. Eine Regel, die der Nymphomanin in mir sehr entgegen kommt. Auch im Hotel sollte ich mein Kleid recht bald ausziehen und wurde von ihm angewiesen, mich über das Bett zu beugen und die Beine zu spreizen. Die Feuchte an seinen Fingern, nachdem er prüfend zwischen meine Schenkel gefasst hatte, dürfte ziemlich deutlich gezeigt haben, wie sehr mir das gefiel.

Freudige Aufregung setzte ein, als er zum Koffer ging und daraus einen groben Flogger zog. Baumwollseil vergleicht die Schläge damit mit einer sehr kräftigen Massage… dem möchte ich vehement widersprechen. ^^ Ich habe nicht mitgezählt und eigentlich liebe ich Massagen… aber die Artikelbeschreibung erscheint mir dennoch eher litotisch! Der Aufprall fühlte sich dumpf und großflächig verteilt an und mein Arsch brannte schon nach wenigen Treffern, als stünde er in Flammen. Zimperlich war er damit jedenfalls nicht und darum hätte ich auch nicht gebeten.

Nach dem Flogger entfernte er sich erneut. Dass ich die vorgegebene Position auf dem Bett verließ um einen besseren Blick auf den Koffer zu bekommen, war keine Unachtsamkeit, sondern kalkulierter Ungehorsam. Sein Blick und die eher rhetorische Frage, ob er mir gestattet hätte, mich zu bewegen, ließen mich den Fehler schnell korrigieren. Auch wenn es in diesem Fall „nur“ Blicke und Worte waren, liebe ich es, wenn ich mit so etwas nicht durchkomme. Es war ein Testen meinerseits und mit der Reaktion war ich sehr zufrieden. 😇

Zurück zum Bett kam er mit einer Tawse. Dieses fiese kleine Miststück hat mich tatsächlich sehr sehr nah an meine Grenzen gebracht. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich zwar die gewöhnliche Ampel, nicht aber Blau* im Hinterkopf hatte.

*Erinnerung
Grün = alles in Ordnung, mir geht’s gut!
Gelb = Ich bin nah an der Grenze, bitte schalte einen Gang runter!
Rot = Stopp! Aufhören! (Mit der Session oder der gegenwärtigen Aktion)
Blau = Ich kenne es ursprünglich aus Rope-Bondage-Kreisen, bei der in der entsprechenden Situation um einen Reizstopp und Ruhe gebeten wird, weil beispielsweise die Fesselung selbst genug Reize setzt und Zeit benötigt wird, um das zu verarbeiten und damit zurechtzukommen, bzw, sich einzufinden.

Für mich kamen die Schläge zu schnell hintereinander und der Schmerz hatte keine Chance abzuklingen. Ich konnte nicht durchatmen und mein Kopf blockierte. Blau hätte vermutlich gereicht um mir mehr Zeit zum Luftholen zu geben, aber ich habe schlichtweg nicht daran gedacht. So legte er das Ding bei Orange weg und nahm mich in den Arm. Meine Tränen in diesem Moment galten hauptsächlich dem Schmerz selbst. Dieses Ding und ich werden keine Freunde. Ein kleiner Teil von mir wünschte sich trotzdem mehr und zugleich wusste ich, dass ich weitere Schläge nicht vertragen hätte.

Es tat gut, nach der Härte seine Wärme und Nähe zu spüren. All das von ihm zu bekommen, führte zu noch mehr Tränen, die nun aber der abfallenden Anspannung und Nervosität geschuldet waren. Zurück blieb die finale Gewissheit, ankommen zu sein. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und das sollte sich durch den gesamten Abend ziehen.

Wir hatten im Vorfeld bereits besprochen, dass Tränen okay sind. Ich heule mitunter während einer Session, weil die Emotionen zu stark werden. Das ist allerdings kein Zeichen dafür, dass es mir schlecht geht. Oftmals ist das genaue Gegenteil der Fall. An der Stelle möchte ich an entsprechende Kommunikation im Vorfeld erinnern. Wenn ihr wisst, dass sowas bei euch passieren kann, dann redet darüber, denn es kann euer Gegenüber verunsichern. Stellt euch die Frustration bei einem Abbruch vor, weil eure Reaktion (Tränen) falsch gedeutet wurde. 😉

Spannend war die Situation auf einem Balkon zur Straße hinaus. Die Balustrade verdeckte dank ihrer Höhe zuverlässig alles von den Brüsten abwärts, was arglose Blicke möglicherweise nicht hätten sehen wollen. Die Mimik einer gefingerten Sub jedoch, deren Nägel sich in das Holz der Umrandung gekrallt hatten, hätte eventuell dennoch zu entsprechenden Schlüssen führen können. Diese relative Öffentlichkeit empfinde ich als äußerst erregend, denn allein der Gedanke, es könnte jemand bemerken, reizt mich ungemein. Im Sommer vermutlich noch wesentlich mehr, weil das Zittern vor Kälte irgendwie doch ein wenig von seinen Fingern in und an mir abgelenkt haben. Ich war dankbar, als wir wieder ins Warme gingen. Seiner Prophezeiung, ich könnte den Balkon nicht mehr ohne entsprechende Erinnerungen sehen, würde ich so unterschreiben wollen.

Eine weitere Regel mit der ich sehr zufrieden bin ist die, ihm jederzeit Zugang zu meinem Körper zu gewähren und ihm so zu ermöglichen, mich zu berühren wann er es und wo er es will. Wenn dies bedeutet die Beine zu spreizen, weil er meine Pussy spüren oder sie schlagen möchte, dann habe ich sie nicht vor ihm zu verschließen.
Beispielweise lag seine Hand während der entspannteren Augenblicke häufig zwischen meinen Schenkeln. Ich konnte mich auch im Nachhinein nicht daran erinnern, ihm einen Auslöser für Spanks, anschließende (wunderbar feste und eindringliche) Ohrfeigen oder das Kneifen in meine Brüste gegeben zu haben. Dennoch kam ich immer wieder in den Genuss – und das war es tatsächlich. Sowohl die Innenseite meiner Oberschenkel, als auch meine Nippel schmerzen auch heute noch. Erinnerungen, die ich sehr mag und ich ertappe mich auch beim Schreiben regelmäßig, wie meine Finger an die jeweiligen Stellen wandern und testen, ob es noch wehtut.

„Das allermeiste war aus der Situation heraus, weil ich Lust darauf hatte!“

Eine bessere Antwort hätte ich mir nicht wünschen können, denn genau das ist es, was ich brauche. Ich möchte all das nicht provozieren müssen. Zu wissen, dass er sich nimmt was er möchte, beziehungsweise mir gibt, wenn er es möchte, fühlt sich für mich persönlich so viel besser an.

Während der Schläge und Ohrfeigen das Lächeln in seinem Gesicht zu sehen, während er mich beobachtet, wie ich damit umgehe, liebe ich sehr. Meine ersten Impulse bei Schmerzen und Erniedrigung sind auf Fassungslosigkeit folgende Gegenwehr, beziehungsweise Widerstand. Nur Bruchteile von Sekunden später – noch bevor ich überhaupt reagieren kann – setzt die Gewissheit ein, genau das doch eigentlich zu wollen. Ich stelle es mir amüsant vor, all diese Instanzen inklusive ihrer fließenden Übergänge in meinen Augen und der Mimik zu beobachten.

Wir sprachen vor längerem darüber, wie sehr ich Metall liebe. Weitere Mitbringsel im Spielzeugkoffer waren mit Schlössern versehene Eisenketten…

tbc

7 Kommentare zu „In jedem Anfang…

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