Der Ruf Venedigs

Bereits ab dem Moment in dem du den Raum betrittst, weiß ich, dass etwas in der Luft liegt. Das Funkeln in deinen Augen, dein bemüht ernster Blick, der mich einerseits schmunzeln lässt und andererseits besorgt. Die Art, wie du mich ansiehst…

Ich fühle mich nackt und ahne es bald zu sein. Irgendwie hoffe ich es auch und allein der Gedanke lässt mich leise stöhnen. Wie wenig derzeit reicht, mich für dieses Spiel empfänglich zu machen, irritiert mich ein wenig, aber die Zeit für Ursachenforschung ist definitiv irgendwann anders. Nicht jetzt.

„Erinnerst du dich, worüber wir gesprochen haben?“

Deine mitunter sehr vagen Andeutungen bringen mich regelmäßig zum Grübeln und meistens bin ich mir ziemlich sicher, nicht zu wissen, worauf du hinauswillst. Oftmals frustriert mich das und ich vermute sehr, dass genau das auch deine Absicht ist. Heute macht es mich misstrauisch.

„Was genau?“

Ich versuche, aus deinen Blicken schlau zu werden, doch es gelingt mir nicht.

„Der Plug…“      

Es gibt diese Augenblicke, in denen so wenige Silben dazu führen können, das Herz ein oder zwei Schläge aussetzen zu lassen. Dieser hier zum Beispiel!

Ich mag Plugs. Sehr sogar! Aber ich befürchte zu wissen, worauf du anspielst und würde ich nicht so sehr auf Demütigungen stehen, wäre dieses Kopfkino eines, das mir zumindest große Bedenken bereiten würde.

„Was genau meinst du?“

Meine Stimme lässt den missglückten Versuch einer Ablenkung noch lächerlicher erscheinen und dich Lächeln. Okay… DAS macht mich an!

„Wenn ich mich recht entsinne, hat der einen Saugfuß! Darauf hatte sich die Aufgabe bezogen.“

Ja, verdammt ich weiß, was du meinst! Sehr genau sogar. Ich habe gerade erst ein Kopfkino darüber geschrieben. Mein Schweigen zusammen mit der Bemühung, fragend zu schauen, sind schlichtweg Zeitschinderei.

Ich denke du weißt das und natürlich könntest du mir Auswege einräumen, weil diese Fantasie zwangsläufig erniedrigend sein wird. Aber du tust es nicht. Ein Teil von mir ist dir dankbar dafür, ein anderer möchte betteln, davon Abstand zu nehmen. Dein Fickstück ist stärker. Die Neugier siegt, denn ich will wissen, wie es sich anfühlt. Ich will spüren, wie es sein wird, sich vor deinen Augen wie eine läufige Katze zu befriedigen.

„Solltest du dich damit eventuell selbst ficken?“

Eine rhetorische Frage oder doch ein Notausgang? Ich bin unsicher. Eine Möglichkeit, das Spiel zu beenden, bevor es beginnt oder eine Falle, bei der Aufmüpfigkeit Auswirkungen hat? Keine Ahnung! Meine Gedanken rasen und gleichzeitig spüre ich ein wohliges Pulsieren zwischen meinen Schenkeln.

„Ich glaube das war so, ja!“

Die Worte klingen dir rau entgegen und ich könnte selbst nicht sagen, ob vor Lust oder Sorge. Beides sicherlich. Meine Bemühung, hinter deinem zufriedenen Nicken eine Antwort auf die vorherige Frage zu finden, bleibt erfolglos. Und im Grunde macht es auch keinen Unterschied. Ich will das!       
Ohne, dass du überhaupt wirklich begonnen hast, merke ich, wie die Sub hervorkommt. Ich will spielen! Zu deinen Bedingungen. Also beeile ich mich, den Pump-Plug zu holen und höre, wie du die Möbel ein Stück weit verschiebst.

Zurück im Wohnzimmer sehe ich die schwere Holzbank unter dem Esstisch hervorgezogen stehen und vor dem Tischbein an der Kopfseite eine ausgelegte Decke. Darauf ein zusätzliches weiches Kissen. Meine Lust läuft bereits jetzt an mir herunter und macht es leicht, den Plug einzuführen. In leerem Zustand ist er zwar spürbar, doch schon nach kurzer Gewöhnung steigert er den Wunsch nach mehr. Nach Ausgefülltsein.

Ohne dich aus den Augen zu lassen, knie ich auf dem Kissen nieder, die Beine links und rechts neben dem Holz auf allen Vieren. Schon die Position bereitet mir Gänsehaut. Den Rock die Hüften hinauf geschoben, platziere ich mich mitsamt dem Plug in mir so, dass der Pfosten gegen den Saugfuß drückt. Es kostet Überwindung, mich und damit den Plug gegen das Holz zu pressen, aber FUCK dein Lächeln dabei zu sehen tut gut. Du sagst es nicht, aber ich lese ein ‚Brav, Kitty‘ in deinen Augen. Es nimmt es der Situation nichts von ihrem Charakter, aber für mich fühlt es sich gut an. Du weißt es und ich genieße. Die Haltung an sich, vor dir, auf dem Boden. Die Szene selbst und das wachsende Verlangen in mir.

Zu gern hätte ich dich gebeten, den Plug wachsen zu lassen, aber es ist dein Spiel. Deine Entscheidung, wann ich mehr bekommen darf.

Zwischen meinem Verlangen und dem Akzeptieren, die Kontrolle bereits aus der Hand gegeben zu haben, warte ich bis du dich auf die Holzbank setzt und nach der Pumpe greifst. Es fällt mir jetzt schon schwer, mich zu konzentrieren und deine Worte zu begreifen.

„Du sollst so aufgepumpt anfangen, wie es für dich angenehm ist.“

Ich nicke und stöhne lauter, je weiter du den Plug füllst. Ich kann kaum denken, aber aus der Erfahrung weiß ich, dass es maximal 4 Stöße sein können. Der Druck allein würde bereits dazu führen, mich mit ein paar mehr Berührungen kommen zu lassen. Die bekomme ich nicht.

Stattdessen forderst du mich auf, die Bluse zu öffnen. Für einen kurzen Moment kocht Verärgerung in mir hoch. In dieser Position – auf allen Vieren abgestützt – eine geknöpfte Bluse zu öffnen, erweist sich nicht nur als schwierig, sondern auch als überaus unangenehm und ich begreife, dass dir das in die Karten spielt, auch wenn du es nicht bewusst provoziert hast.

Der Plug drückt plötzlich an Stellen, die nicht geneigt sind, meine Lust zu steigern und halb auf die Ellenbogen gestützt, weil ich wie verwachsen mit Tischbein bin, fluche ich. Es ist unfassbar demütigend und gleichzeitig erregt es mich.

Dein zufriedenes Lächeln macht etwas mit mir. Es nimmt nicht den mehr als unangenehmen Druck, es wäscht das Gefühl dieser demütigenden Haltung nicht hinfort – im Gegenteil. Und dennoch… Zusammen mit der Beule zwischen deinen Beinen, die sich deutlich in der Hose abzeichnet, verrät es, wie sehr es dich erregt, mich so zu sehen.

Du wartest, bis meine Brüste freiliegen und ich mich wieder auf den Händen abstütze. Dann fasst du nach meinen Haaren und bedeutest mir mit leichtem Zug, mich weiter aufzurichten. Ich folge keuchend und kann ein Zusammenfahren nicht verhindern, als du erst nach meinen Nippeln greifst und dann kräftig hinein kneifst. Ein Schmerzschrei verlässt meinen Hals.

Mit großer Präzision zwirbelst du sie zwischen deinen Fingern und ziehst sie in die Längen. Ich verzweifle bei dem Versuch dem Zug deiner Hände zu folgen, um den Schmerz zu reduzieren. Der Plug lässt es schlichtweg nicht zu und drückt unangenehm in mir. Irgendwann lässt du los und ich sinke zurück auf die Hände.

„Jetzt fang an dich zu ficken… Und mitzählen nicht vergessen!“

Mein Kopf funktioniert nicht mehr logisch. Die Mischung aus Schmerz, Lust und Erniedrigung, eine Mischung die du entfesselt hast, verdrängt jeden klaren Gedanken und ich beginne, die Hüfte vor und zurück zu schieben, soweit es der Saugfuß und der volle Plug in mir zulassen. Viel ist es nicht, aber es fühlt sich gut an. Das Mitzählen fällt mir schwer, aber zugleich lenkt es mich von einem Gedanken ab, der tief in mir beginnt zu nagen. Vor meinem inneren Auge sehe ich ein Tier, dass sich an einem beliebigen Gegenstand reibt, um Befriedigung zu finden. Es! Ist! Demütigend! Und fuck das killt mich!

Ich werde schneller und stoße meine Hüfte fester gegen das Tischbein. Bei Zehn angekommen will ich weiter machen, mich dem Höhepunkt näherbringen, aber dein Fickstück will gehorsam sein und so höre ich auf. Schweratmend und mit ersten Schweißtropfen auf der Haut.

Es fehlte nicht viel und ich würde den Orgasmus hinausstöhnen. Ich will ihn und Heilige… ja, ich brauche ihn. Und ich möchte dich darum bitten, doch stattdessen greifst du erneut nach meinen Haaren, ich folge dir in eine halbwegs aufrechte Position und du widmest dich meinen Brüsten. Kneifst und zwirbelst sie bis ich jammere. Es nimmt der Lust in mir nichts, sondern steigert sie im Gegenteil noch.

Wie du nach der Pumpe fässt, bemerke ich vor Ekstase nicht einmal. Das Aufpumpen dafür umso mehr. Der eine Hub ist unangenehm aber erträglich und für deine Anweisung, mich abermals am Tisch zu ficken, hätten ich dich am liebsten geküsst. Dich berührt, in welcher Form auch immer. Meine Hüfte setzt sich automatisch in Bewegung. Fünf Mal langsam, wie du es verlangst.

Mein Verstand ist bereits ausgeschaltet. In mir ist nur noch Lust und Gier nach mehr und der Wunsch nach allem, was du bereit bist, mir zu geben.
Der nächste Pumpstoß treibt mir die Tränen in die Augen und lässt meine Arme zittern.

„Gut, Kitty!“, höre ich dich und mein Jammern wandelt sich zu einem Schnurren.

Während du den Plug ein weiteres Mal vergrößerst, laufen Tränen ungehindert meine Wangen hinab.

„5 Mal langsam, 5 Mal schnell und 5 Mal langsam… Schaffst du das?“

Ich will es schaffen. Ich will tun, was du möchtest und vor allem will ich dich nicht enttäuschen, also fange ich an, mich zu ficken, wie du es verlangst. Jeden einzelnen Stoß zähle ich stöhnend mit und kämpfe gegen den Orgasmus an. Du hast ihn noch nicht erlaubt und ich bin nicht mehr klar genug, um dich darum zu bitten. Vielleicht siehst du es, vielleicht ist es Zufall.

„Noch einmal pumpen und du darfst!“

Mein Nicken ist vollkommen automatisiert. Ich weiß, dass du dennoch darauf wartest, weil ich jetzt schon an meiner Grenze bin und ich weiß das mehr als zu schätzen. Nur hätte ich es dir niemals ausschlagen können. Und hätte es auch gar nicht gewollt.  

Für den Moment wünsche ich mir einen Knebel, denn das Geräusch aus meinem Hals, als du ein letztes Mal pumpst, erschrickt mich selbst.

Es tut weh und fühlt sich gleichzeitig so unglaublich gut an. Nur wenige Bewegungen mit der Hüfte reichen aus und eine wahre Flut bricht über mir zusammen. Um den prall gefüllten Ball ziehe ich mich zusammen, entspanne wieder und wiederhole das viele, viele erschöpfende Male, bis ich mich auf die Ellbogen gesunken wiederfinde.

Dass du während der Kontraktionen den Plug abgelassen hast, habe ich im wahrsten Sinne erleichtert bemerkt. Jetzt hilfst du mir hoch und begleitest mich zur Couch. Jeder Muskel in mir zittert. Mir ist gleichzeitig heiß und kalt und ich möchte dir einfach danken. Für die Erfahrung und deine Begleitung und doch fühlt sich jedes Wort falsch an. Es wäre auch nichts Verständliches aus mir herausgekommen.

Stattdessen habe ich das Gefühl zu schweben, noch immer außerhalb meiner Selbst zu sein und finde mich nur langsam zurück. In deinen Armen, deine Wärme spürend, deinen beruhigenden Herzschlag an meinem Ohr.

Danke!

14 Kommentare zu „Der Ruf Venedigs

      1. Es ist dieser besonder Locktober. Letztes Jahr hat Anna es ja willkürlich bis Sylvester verlängert. Ich muss es einfach abwarten. Gestern musste ich sogar zweimal am Flughafen durch den Security Check mit dem Teil.

        Gefällt 1 Person

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