Über Elstern und Elben

Da dieser sich Blog hier irgendwie von Sexgeschichten zu einer Art Tagebuch weiterentwickelt hat, möchte ich ihn heute nutzen, um etwas loszuwerden, das mich seit Jahren begleitet. Wobei loswerden so klingt, als wäre es damit getan, darüber zu schreiben – was in dem Fall definitiv nicht so sein wird. Und „seit Jahren begleitet“ lässt vermuten, dass es etwas ziemlich Krasses sein könnte, was mein Leben massiv beeinträchtigt. Dem ist nicht so!

Mehr oder weniger geht es um kleine Verhaltensweisen, die meinen Alltag beeinflussen oder verändern und darum, woher sie kommen. Demnach also auch kein wirklicher Seelenstrip, sondern das, was man in ein Tagebuch schreiben könnte, um sich und seine Handlungen und Motivationen etwas zu reflektieren. Ich nehme euch – wenn es euch interessiert – einfach mit.

Am vergangenen Wochenende ist mir eine Sache wieder ganz deutlich bewusst geworden. Ein Verhaltensmuster, das für viele alltäglich und sinnvoll erscheinen mag und das sogar einige Menschen genau so ebenfalls abspulen. Vielleicht aber aus anderen Gründen.

Ein Beispiel:
Es ging um den Kauf einer Reisetasche.
(Wer genaueres darüber lesen möchte, kann gern dem Link folgen.)

Um nicht – wie seit eigentlich immer – mit einem Stoffbeutel (oder einer alten Sporttasche) voller Klamotten in ein Hotel zu laufen, wollte ich eine Reisetasche bestellen.

Ich habe mir ein paar angesehen, wenige in den Warenkorb gelegt und eine Nacht darüber geschlafen, um sie am nächsten Tag allesamt herauszulöschen.

Warum? Weil es die Beutel doch bisher auch immer getan haben? Weil die Taschen zu teuer waren? Weil sie mir doch nicht gefielen?

All das hätten Gründe sein können und jeder einzelne davon wäre wohl irgendwie vertretbar gewesen. Aber der Wahrheit hätten sie nicht entsprochen.

Die Wahrheit ist: in meinem Kopf habe ich es nicht verdient, so viel Geld für mich auszugeben oder etwas so Schönes/ beziehungsweise Wertvolles zu besitzen. Das klingt albern in Anbetracht der Tatsache, dass die Tasche 40€ kostete und es uns wirklich gut geht.

Ist sie schön? Ja, ich finde das. Manch anderer wird das nicht so sehen.
Ist sie für den Preis wertvoll? Dass mir die Marke nichts sagt, ist nicht verwunderlich, weil ich mich #ausgründen nicht für soetwas interessiere.

Ist sie etwas Besonderes? Eher nicht. Aber sie wäre ein Gegenstand, den ich vorrangig für mich kaufen würde und da liegt das Problem. Für mich. Nicht für meinen Mann oder die Kinder.

Genau so mache ich es eigentlich immer. Ich lege etwas in den Warenkorb und lösche es ein paar Tage später wieder. Vergesse ich das Löschen und verbleibt der Artikel darin bis mein Mann etwas bestellt, fragt er mich, ob er es mitbestellen soll. Ich tue so, als müsste ich überlegen und sage ihm dann, dass es weg kann.

Same. Procedure. As. Every. Time.

Da ist nicht der Gedanke, ob ich mich darüber freuen würde. Nicht, ob ich den Artikel wirklich brauche oder ob er nötig wäre. Da ist nur: Das hast du nicht verdient.

Ich weiß und lese selbst, wie ekelhaft das klingt. Und es ist nicht so, dass meine Eltern mir das durch spezifische Worte in den Kopf gepflanzt hätten. Es hat sich so ergeben. Mit der Zeit. Durch viele kleine Erlebnisse. Durch viele Situationen, die ich versuche, chronologisch zu sortieren. und es sind vermutlich auch nicht alle, aber die, sie für mich am deutlichsten in Erinnerung blieben.

Es geht hier ganz ausdrücklich NICHT um die Momente, ich denen ich kein Geld zur Verfügung hatte, um mir etwas Schönes zu kaufen. Auch die gab es.
Zu Ausbildungszeiten und während der gemeinsamen Zeit mit meinem Exfreund. Um die geht es nicht! Sondern um Momente, in denen ich es hätte tun können, aber nicht gemacht habe. Schauen wir, warum:


Ich bin eine große Schwester. Meinem Bruder ging es als kleines Kind nicht gut. Er war sehr krank, brauchte jahrelang medizinische Betreuung und es war nicht immer klar, ob er das schafft oder nicht. Heute da ich selbst Mutter bin, kann ich die Sorge um ihn noch wesentlich besser verstehen. Die ständige Angst, das eigene Kind zu verlieren und nichts tun zu können.

Er wurde – auch als es ihm später besser ging (heute ist das medizinische Problem nicht mal mehr ein Schatten. Er hat es geschafft.) – sehr oft anders behandelt. Nachsichtiger. Vorsichtiger. Ich verstehe das. Ich kann das nachvollziehen. Weil es menschlich ist. Aber es ist nicht gut. Weder für das Kind selbst, noch für das Geschwisterkind. In dem Fall für mich.

Ich war nicht nur die Ältere, ich war die Schwester eines kleinen Jungen, der schwer krank war.

In einer eher traditionellen Familie aufgewachsen, war der Junge der ersehnte Nachkomme, der „Thronerbe“. Nicht bei meinen Eltern selbst, das habe ich auch nie so empfunden. Aber für einen Teil meiner Großeltern und für meine Großtante. Da waren Gesten, die ich immer öfter wahrnahm. Dinge, die so völlig unwichtig hätten sein können, die ich aber schon damals als sehr unfair empfunden habe.

Es war irgendein Feiertag. Nicht Weihnachten oder Ostern oder Geburtstag. Irgendwas Entspanntes, Geschenkloses.
Meine Großtante kam zu Besuch. Eins der wenigen Male, das ich sie überhaupt in Erinnerung habe und gab mir als Mitbringsel eine Packung Meeresfrüchte. Diese Dinger aus Nougat, die ich schon damals nicht leiden konnte. Woher sollte sie das wissen, sie kannte mich ja nicht. Geschenkt!
Ich muss 7 oder 8 gewesen sein. Meinem Bruder – zwei Jahre jünger – schenkte sie eine goldene Uhr.

Ich meine… What the fuck???? Wozu braucht ein Knirps eine (Altherren-)Golduhr? Die war ein Erbstück von ihrem verstorbenen Mann. Gut, darüber kann man sich jetzt auch auslassen, ob das angemessen ist, aber…!
Ganz offensichtlich schenkt sie ihm etwas Wertvolles (emotional und materiell) und mir… nun ja. Versteht mich nicht falsch. Ich fand die Uhr schon damals nicht schön. Es ging und geht mir um die Geste.

Meine Tante – es muss im gleichen Jahr gewesen sein – kannte ich nicht. Sie kam nicht zu meinem Geburtstag, nicht zur Einschulung. Ich hatte keinen Kontakt. Nur ein Bild im Kopf von einem 10 Jahre alten Foto, das bei meinen Großeltern auf dem Schrank stand.

Zur Einschulung meines Bruders war sie plötzlich da. Okay…. Habe ich mir gedacht.
Heute weiß ich, dass meine Mutter und sie kein gutes Verhältnis haben und hatten. Aber warum da? Warum nicht ein paar Monate zuvor zu meinem Geburtstag?

Das klingt so lächerlich. Das klingt, als wäre ich neidisch oder eifersüchtig gewesen. Das war und bin ich nicht. Es finde es auch heute noch einfach nur ungerecht. Es hat sich für mich angefühlt, als hätte ich ihren Besuch nicht verdient.

Während mein Bruder seine Sachen regelmäßig kaputt machen konnte und sie ersetzt bekam, musste ich mir früh Dinge vom Taschengeld kaufen. Wenn ich sie verloren oder unachtsam behandelt habe.
(Ob da geschlechterspezifische Erziehungsaspekte mit hineinfließen, die auf traditionellem Rollenbilddenken basieren, sei dahingestellt. Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen waren für mich zu dem Zeitpunkt einfach nicht relevant.)  

Was wichtig war: ich musste es selbst ersetzen und er nicht.

Viel Taschengeld bekam ich nie. Es war immer weniger als bei meinen Klassenkameraden. Zu diesem Zeitpunkt ging es meinen Eltern wirtschaftlich eigentlich gut und ich vermute, sie wollten mir einfach zeigen, dass Geld in unserer Gesellschaft ein wichtiges Gut ist. Im Grunde empfinde ich das auch heute noch als vernünftig, wären wir in dem Punkt gleich behandelt wurden…

Irgendwann in der Zeit kam „Der Herr der Ringe“ in die Kinos. Ich liebte die Elben und ich liebte Arwen. Von meinem knappen Taschengeld sparte ich weg, was ich konnte, um im Fanshop den Abendstern zu kaufen. Der Ring von Galadriel gefiel mir auch sehr. Zu dem Zeitpunkt lag der Anhänger bei 150€, der Ring bei 90€. Ich musste laaaange dafür sparen. Sehr lange.
Nach abgezogenen Schulmaterialien und allem drum und dran hat es etwa ein Jahr gedauert, bis ich das Geld dafür zusammen hatte.

Als es dann endlich so weit war, begannen meine Eltern die Diskussion. Ob ich das denn bräuchte, ob das sein muss. Ob ich mir das Gut überlegt habe. Ja klar, es war viel Geld. Das ist es heute noch.

Ich war in der Schule nie eins von den „Cool Kids“, trug nie Klamotten, die mehr als praktisch und eben angezogen waren. Es war mir auch nicht wichtig, im Übrigen.
Mitbestimmungsrecht hatte ich eher nicht. Es wurde gekauft, wenn etwas gebraucht wurde und dann das, was eben passte und nicht zu teuer war. Auch das kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Der Sinn von teuren Markensachen erschließt sich mir bis heute nicht. (Vielleicht liegt das auch am Grundproblem, auf das wir uns hier so langsam hinarbeiten… wer weiß das schon!)

Jedenfalls hatte ich das Geld zusammen (150€) und überlegte, ob es eine schlaue Idee sei, sich ein einziges Teil zu kaufen, was so verhältnismäßig teuer war und doch eigentlich „nur“ Schmuck. Ich wusste ja, dass ich mir – sobald etwas anderes kaputt ging – es vermutlich selbst würde ersetzen müssen.

Also brachte ich das Geld im Beisein meiner Eltern auf eine Bank. Sie waren stolz darauf, was ich gespart hatte, sahen aber nicht, dass es mir die Chance nahm, mir etwas für MICH zu kaufen. Nicht weil ich es brauchte, sondern weil ich es schön fand. Nichts Praktisches. Nichts Ersetzendes. Etwas Schönes.

Das Geld habe ich danach nicht mehr angefasst. Konnte ich auch gar nicht. Die Bank lag am anderen Ende der Stadt und ich hätte dort allein nicht hingefunden. Alles was ich danach kaufte, musste ich von Neuem ersparen.


Das Thema Schmuck ist auch eins für sich. Schon früh fand ich Schmuckauslagen von Juwelieren schön und faszinierend – vermutlich ist das auch ganz normal. Ich blieb stehen, beobachtete das Funkeln, die Reflektionen im Licht und es ging mir nicht darum, zu besitzen was ich sah. Ich habe es bewundert. Weil es schön aussah.

Meine Mutter hat mich oft belächelt und mich „Elster“ genannt. Das ging so weit, dass mein Vater das übernahm und auch meine Oma dieses Wort benutzte, sobald ich auf etwas Glänzendes geblickt habe.
Irgendwann habe ich nicht mehr geguckt. Ich wollte das nicht mehr hören. In meinem Kopf hat sich verfestigt, dass es nicht okay ist, so etwas schön zu finden.
Im Fluss all dieser Entwicklungen begann ich zu glauben, etwas Schönes weder ansehen zu können, noch es zu verdienen.

Der Abendstern, beziehungsweise der Ring, waren mein letzter Versuch, mich an Schmuck zu erfreuen. Auch da war ich die „Elster“ wann immer ich das Bild in der Zeitung aufschlug.
Das klang so, als würde ich es nur haben wollen, um es zu haben. Doch darum ging es mir nicht. Es ging um die Nähe zum Film, zur Fantasie der Geschichte, zur Magie.

Mich nicht zwischen Ring und Anhänger entscheiden zu können – beides hätte ich nicht gekauft – blieb jahrelang als Grund für das „Nichts von Beidem“ in meinem Kopf. Ein weiterer vorgeschobener Grund, es nicht kaufen zu müssen. Aber nicht der ehrlichste.

Nochmal: meine Eltern haben NIE gesagt, ich hätte etwas nicht verdient. Ihre Reaktionen und viele andere kleinen Dinge haben dazu geführt.

Als ich endlich 16 war, fing ich an, nach der Schule zu arbeiten. Verkäuferjobs. Nichts Besonderes. Es war kein schönes Arbeiten, kein schönes Team – bei Weitem nicht – aber ich konnte mir etwas dazu verdienen. Während andere auf Festivals fuhren, regelmäßig ins Kino gingen oder abends unterwegs waren, blieb ich zuhause. Ich hatte kein Geld dafür und habe auch keines bekommen.

Für meine Eltern hatte das einen doppelten Vorteil. Ich blieb freitags nie lange weg, weil ich samstags um 8 arbeiten musste und Samstagabend war ich zu müde, um die Nacht durchzumachen. (Bis Mitternacht… länger hätte ich ja nicht gedurft.) Ich blieb oft zuhaus, während alle anderen Spaß hatten.

In der Schule gehörte ich bald noch weniger dazu als ohnehin schon. Weil ich weniger Zeit hatte als alle anderen, weniger Gemeinsames erlebte. Da halfen auch die neuen Klamotten nicht, die ich mir nun selbst kaufen konnte.
Auch da waren es nie Teure. Nur Neuere. Die Markensachen hatte ich mir einfach nicht „verdient“. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich sah die Preise und rechnete durch, wie lange ich dafür im Laden stehen müsste und entschied mich dagegen.

Jetzt sagen manche vielleicht, ich lernte mit Geld umzugehen und das mag stimmen. Aber ich lernte auch, dass ich mir nichts gönnen kann oder darf. Und genau darum geht es. Ich kann es nicht, weil ich es nicht gelernt habe.

Das macht mich im Nachhinein nicht einmal traurig, weil ich es nicht anders kenne. Ich sehe nur meine eigenen Reaktionen auf Dinge, die ich MIR kaufe. Klamotten? Ja klar, die brauche ich. Aber es sind keine besonderen. Meine Kleider kosten nie mehr als 40€. Ich habe ein Wunderschönes gesehen und anprobiert, weil ich dachte, es sei auf die Hälfte reduziert. Der Laden warb zu dem Zeitpunkt damit.
Ich war im Urlaub und es wäre mein Urlaubsgeschenk an mich gewesen. 90€… so viel Geld für ein Kleid. Ein Kleid, das nur mir gehört hätte und das nicht nötig gewesen wäre. Und das ich vermutlich auch nicht zur Kasse gebracht hätte, weil ich das nicht verdient hätte. Fuck ey.

Dass gerade dieses Kleid aus der neuen Kollektion nun doch nicht um die Hälfte gesenkt war und 180€ die perfekte Ausrede geboten haben, es schnell wieder wegzuhängen, spielte mir in die Karten. Es ersparte mir eine Diskussion mit meinem Mann.
Der ist nicht verschwenderisch. Alles andere als das. Aber er ist sehr großzügig. Und er gönnt sich und mir und uns sehr viel. Er hätte es mir für 90€ gegönnt. Ich mir nicht und ich hätte diskutiert und ihm erklärt, dass ich es nicht schön genug finde, um den Preis dafür zu zahlen.

Das Geblubber in meinem Kopf ist manchmal ein beschissener Dreckshaufen.
Ich! Weiß! Das!

Und um wieder auf die Tasche zurückzukommen:
Es war nicht die teuerste in der Auswahl, die ich nach dem ersten kompletten Löschen neu erstellt habe. Aber es war die, die ich am Schönsten fand.
Für manche klingt das vielleicht einfach nur dämlich, aber ich bin stolz darauf, sie gekauft zu haben. Weil sie einen Schritt bedeutet, den ich lange Zeit nicht gegangen wäre.

Langsam lerne ich das. Spätestens nach diesem Blogbeitrag weiß auch mein Mann, warum ich in diesen Situationen so oft blöd reagiere und warum wir schon so oft einfach unnötige Diskussionen hatten.
An der Stelle möchte ich mich auch dafür entschuldigen! Wie oft ich ihn angeblökt habe, weil er nicht verstanden hat (verstehen konnte!), warum ich Dinge von denen ich schon lange erzähle nun doch nicht kaufen möchte…

Jetzt schmunzel ich, während ich mir vorstelle, wie er kopfschüttelnd und mit Stirnrunzeln am Ende ankommt und ich denke, das ist eine gute Stelle, um den Tagebucheintrag zu beenden.

Eure Cate 🙂

6 Kommentare zu „Über Elstern und Elben

  1. Du bist der liebenswerteste Mensch den ich kenne Cate.
    Ich selber leide auch unter etwas ähnlichem. Ich kann mein Geld nur für andere ausgeben. Das Macht mir Spaß. Geld für mich ausgeben, nein. Nur das notwendigste. Woher es kommt? Ich weiß es nicht.

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  2. Hmmm … wo fange ich an? Ich denke, das ist ein weiterer sehr wichtiger Blogeintrag. Wichtig für dich, die ihn geschrieben hat. Und wichtig für die, die ihn lesen.
    Ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass diese Schoko-Meeresfrüchte toll sind und ich die als Kind total mochte. Wären mir hundertmal lieber gewesen als jede alte Uhr. Aber ja, es geht um die Geste. Und die Geste war Mist.

    Ich frage mich, ob du den Abendstern je gekauft hast. Ob du ihn dir immer noch wünscht. Er würde gut an dir aussehen. Vielleicht freue ich mich ja eines Tages über ein sinnliches Foto vom glänzenden Abendstern um deinen Hals.

    Mir gehen solche Erzählungen immer sehr nahe, weil ich Menschen (eigentlich immer Frauen) im Leben getroffen habe, die von ihren Eltern von klein auf das Gefühl bekommen haben, nichts wert zu sein. Besonders tragisch weil es oft (vielleicht um zu kompensieren und Anerkennung zu erhalten) die fleißigsten, erfolgreichsten, begabtesten waren. Mir geht es nahe, weil ich gesehen habe, wie diese Menschen daran kaputt gehen. Oft stimmen dann ja auch andere Dinge in der Familie nicht. Aber ich seh dich nicht kaputt gehen. Ich erlebe dich als eine Frau, die vielleicht sehr spät begonnen hat, Dinge für sich zu entdecken und zu erforschen, was ihr gut tut; die diese Dinge aber zelebriert und genießt und bewusst erlebt. Und das ist eine Fähigkeit, die viele verloren oder nie erworben haben, wenn ihnen immer alles in den Schoß gefallen ist.

    Ich bin froh, dass du die Tasche mit dem bescheuerten Namen (ich werde sie weiterhin als „fette Tasche“ bezeichnen) gekauft hast. In selbst bin in einer Lebenssituation, wo ich mein Geld ziemlich genau zwischen Nötigem, Luxus und Erspartem dritteln kann. Und das tu ich meistens auch.

    Jeder deiner Follower auf Twitter wird dir versichern, dass du die Kleider und Taschen und den Schmuck mehr als wert bist. Du selbst weißt das auch. Im Zweifelsfall erstell beim nächsten Einkauf einen Poll. Die Mehrheit wird dir dein Kleid hoffentlich gönnen :*

    Gefällt 1 Person

    1. 🌹Wow, danke dir!🌹

      Über die Meeresfrüchte können wir streiten. Oder ich gebe sie einfach alle dir!
      Den Abendstern habe ich nie gekauft. Den Ring auch nicht. Beides finde ich noch immer sehr schön, aber mittlerweile bedeuten sie mir nicht mehr das, was sie früher bedeutet hätten. Heute gibt es etwas anderes, mit dem ich schon lange liebäugle und vielleicht… Irgendwann. Dann wird es ein Foto geben.

      Ja ich kenne das auch, dass genau diese Menschen im Leben stets fleißig waren. Um sich und der Umgebung etwas zu beweisen, vielleicht.

      WeEkEnDeR!!!!

      Ich denke, ein gesunder Umgang damit ist nun eben genau das. Gesund. Manchmal müssen wir das erst lernen und ich freue mich sehr, dass du es kannst.

      Und dann werde ich den Poll nutzen um zu sagen: ich hatte keine Wahl. 😅
      Nein Spaß. Ich muss das lernen und werde dran bleiben.

      Danke dir! 🌹

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  3. Uff.
    Ich bin nach dem Lesen dieses Eintrags sehr gefühlsmäßig verwirrt. Einerseits klingt das alles furchtbar traurig (als jemand – und gerade als Einzelkind – dass zum Glück nie diese Erfhrung machen musste), andererseits schreibst du selbst, dass es dich stört, aber offenbar lange nicht in dem Maße, das ich (bei jedem Menschen!) erwarten würde und jetzt weiß ich auch nicht.
    Schade, dass du dir Nenya nie gegönnt hast, bei uns kommt der wahrscheinlich irgendwann noch in die Sammlung (Mitbewohnerin hat bereits Vilya (Elronds Ring) und Barahirs (Aragorns) Ring und falls wir mal heiraten sollte es schon der Eine sein :D)
    Aber es freut mich sehr für dich, dass du bereits einen Erfolg vermelden kannst^^ Reisen ohne eigene Reisetasche würde mich wahnsinnig machen. Und danke für den Einblick!

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    1. 🌹Hm… Das wollte ich nicht.🌹
      Ich denke, mir fehlt nichts. Alles was ich in den letzten Jahren hätte kaufen können, wäre ein Add-On gewesen. Klar, etwas worüber ich mich gefreut hätte. Aber es gibt so viele andere Dinge, die mich sehr (und irgendwie auch wesentlich mehr als materielle Dinge) glücklich machen.
      Mir ist mitunter die Freude an zb Schmuck irgendwie verloren gegangen. Wenn man mich fragt, dann finde ich vieles schön. Aber an anderen. Nicht an mir. Das mag daher kommen, dass unterbewusst noch immer dieses „nicht verdienen“ brennt. Es kommt auch das Praktische dazu.
      Zu viel „Gebaumel“ an mir ist einfach nicht praktisch.
      Ich höre und sehe es gern an anderen klimpern. Mich stört beispielweise an manchen Tagen schon eine Uhr.
      Da bin ich noch am Überlegen, ob es von diesem hässlichen Gefühl kommt und ob ich es mir über die Jahre nicht doch nur so eingeredet habe, dass ich es jetzt glaube.
      Es ist schwierig.

      Kette und Ring sind wunderschön. Und die aus eurer Sammlung ebenfalls. Das ist nicht nur Schmuck. Es sind Erinnerungen und Verbundenheit.

      Ich muss immer lachen, weil auch mein Mann seine Hochzeitsrede mit „ein Ring sie zu knechten“ begann.

      Danke dir! 🌹

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