Home-Office Teil 1/2

Das Schummerlicht der Kerzen im Raum reicht bei Weitem nicht aus, das Arbeitszimmer zu erleuchten.
Wie ein blank polierter Spiegel reflektiert der massive Eichenschreibtisch auf seiner Oberfläche ein paar der Flämmchen in ihrem Tanz.

Beinahe scheint es, als wäre er selbst zum Leben erwacht und meine Augen folgen dem Spiel bereits seit einer geraumen Weile.
Viel mehr als das bleibt mir auch nicht übrig. 

Mit dem Oberkörper über den Tisch gebeugt, die Arme hinter meinem Rücken fixierte, warte ich.
Wie lange schon weiß ich nicht, doch die Position in die du mich gebracht hast, hat „Unbequem“ schon längst überschritten. Meine weit gespreizten Beine, die du vorsorglich an den klobigen Tischbeinen links und rechts mit dicken Seilen befestigt hast, schmerzen bereits. Ob es die Position selbst ist oder die Tatsache, dass ich dumm genug war, die 10cm-Heels anzuziehen, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Beides vermutlich. Und fuck, ich hasse die kleinen Riemchen mit den fisseligen Verschlüssen gerade abgrundtief.

Ohne sie hätte ich die Dinger vielleicht abstreifen können. Ohne sie hätte ich vielleicht stehen bleiben können.

Wobei ich nicht weiß, ob das die bessere Alternative gewesen wäre. Nun ist es eh zu spät. Nun liege ich hier. Mit dem Bauch auf der Tischplatte, die längst nicht mehr kalt ist. Mit emporgestrecktem Arsch, der in Richtung Tür zeigt und möglichen Besuchern einen unanständigen Blick bieten dürfte.

In meinen Handflächen liegt der Ellenbogen des jeweils anderen Armes. Unverrückbar, so sehr ich auch versuche, gegen deine Fesseln zu arbeiten. Wobei du mir diese Ablenkung des Versuchs nur rudimentär gönnst. Jedes Ziehen, jede Bewegung der Arme, jeden Ruck spüre ich deutlich an meinem Hals. Wie genau du es gemacht hast, kann ich nur erahnen, doch irgendwie musst du das Seil um meine Arme mit einer Schlinge um den Hals verbunden haben. Atme ich zu tief ein, wage ich es, dagegen zu kämpfen, schnürt es mir augenblicklich die Luft ab.

Der Versuch, meine schmerzenden Beine zu entlasten und mich über den Tisch zu legen, war nicht nur äußerst unangenehm, sondern vermutlich auch das uneleganteste, was ich in letzter Zeit hingelegt habe. Hingelegt trifft es sogar ganz gut. Etwa bis zur Hälfte – 01:30Uhr sagt man glaube ich – ging es einigermaßen. Dem folgte ein ziemlich plumpes Fallenlassen, mit einer Landung auf Brust und Bauch, die mir trotz aller Bemühungen die Luft aus den Lungen getrieben hat.

Vielleicht auch eine Träne in die Augenwinkel und ich bin froh, dass du sie nicht gesehen hast. Nicht jetzt schon. Auch wenn ich ahne, weiß, dass du es drauf anlegen wirst, weitere hervorzulocken.

Es hat lange gedauert, bis ich mich beruhigen konnte, mich selbst dazu zwingen konnte, ruhig zu atmen, die wenige Luft, die das enge Seil um meinen Hals mir zugesteht, einzusaugen. Mich darauf zu konzentrieren, was ich habe, nicht was ich gern hätte.

Wobei ich mir nichts vormachen möchte. Genau das ist es schließlich, was ich will. Den Verlust der Kontrolle. Damit auskommen, was du bereit bist, mir zu geben. Ob du es nun selbst bist, der mich einschränkt oder deine Maßnahmen.

Also ja. Hinter dem Fluchen und Schimpfen tarnt sich immer wieder ein Stöhnen, das eindeutig die Lust zeigt, die sich in mir ausbreitet, seitdem du mich in das Arbeitszimmer bestellt hast.
Eine Lust, die du zwischen meinen Beinen fühlen könntest.

Und Himmel, wie sehr ich mich danach sehne, deine Finger an mir zu spüren. In mir. Deine Wärme, mit der du dich an mich schmiegst. Die Härte, mit der du mich verwöhnst.

Wie widersprüchlich das ist, weiß ich selbst und muss lächeln. Ein Lächeln, das für Außenstehende vielleicht wahnsinnig wirken muss, aber genau das ausdrückt, was ich in dem Moment will.

Mehr. Von dir, von all dem hier.

Und tatsächlich genieße ich sogar das Warten selbst, mit dem du mir umso deutlicher zeigst, wie gering mein Einfluss auf dein Spiel ist.

Also warte ich, leide und genieße es. Weil ich ahne, dass du in der Nähe bist auch wenn ich dich nicht sehe. Weil ich dich spüren kann und insgeheim weiß, dass du mich nicht allein lassen würdest in einem Moment, in dem ich nicht nur hilflos bin, sondern bei einer falschen Bewegung in echte Bedrängnis geraten könnte.

Da ich die Tür in meinem Rücken nicht sehen kann, kann ich nur vermuten, dass du dort wartest. Darauf, dass ich in gewisser Weise aufgebe. Mich der Situation ergebe. Mich DIR ergebe.

Ich stelle mir vor, wie du dort stehst, den Blick auf meinen nackten Arsch gerichtet, siehst, wie ich immer wieder mehr schlecht als recht versuche, in eine bequemere Position zu finden. Ich stelle mir vor, wie du die Lust siehst, die bereits an meinen Schenkeln hinabläuft. Wie du lächelst und deine Hose noch etwas mehr spannt, als sie es hoffentlich ohnehin schont tut.

Ich hoffe du siehst, wie sehr ich bereit für dich bin und gleichzeitig hoffe ich, du lässt mich weiter warten. Nur noch ein wenig. Die ausweglose Lage fühlen und darin versinken.

Lass mich warten! Bis nicht nur mein Verstand erkennt, dass nicht ich es sein werde, die meine Lage verbessern kann, sondern die kleine Schlampe in mir auch den letzten Rest dieser Information verinnerlicht hat. Bis das Fickstück bereit ist, sich vollkommen fallenzulassen.

Noch ist es nicht so weit und ich hoffe, du siehst es.

Es hat schon im Stehen nicht lange gedauert, bis meine Arme vor Anstrengung schmerzten. Weil ich sie praktisch dauerhaft anspannen muss, um genügend Luft zu bekommen. Vom Ziehen in den Waden durch die hohen Schuhe ganz schweigen. Der Muskelkater, den ich morgen haben werde, wird mich sicherlich noch lange an diesen Abend erinnern.

Allmählich spüre ich auch das Eigengewicht auf meinen Brüsten und die Härte der Tischplatte, auf der meine Wange liegt. Ich spüre den dünnen Schweißfilm, der sich auf mir gebildet hat und merke, wie meine Kräfte nach und nach schwinden und fuck ich fühle, wie sich der Punkt nähert, auf den wir beide warten.

Du könntest es so viel leichter haben. Du hättest mich schon lange dir gut können, wo du mich haben willst. Wo auch ich sein möchte. Mit der Gerte in dieser Position, mit Wachs, mit was auch immer. Du hättest mich viel leichter in den Subspace katapultieren können, doch diesmal wolltest du das nicht. Du wolltest dir Zeit lassen, weil ich sie brauche. Weil ich sie mir gewünscht habe.

Vor ein paar Tagen haben wir darüber geredet, aber noch vor ein paar Minuten (Stunden? – ich weiß es nicht) habe ich nicht damit gerechnet, dass du es jetzt wahrmachst.

Bereue ich diesen Wunsch? Vielleicht! Ein bisschen. Aber nur sehr halbherzig. Nur weil ich auch jetzt jammere und stöhne und die Fesseln furchtbar unbequem sind und die Resignation länger auf sich warten lässt, weil mein Kampfgeist selbst jetzt noch stärker ist als gedacht.

Die Erkenntnis lässt mich für einen Moment meine Lage vergessen und vor Enttäuschung über mich selbst die Hände zu Fäusten ballen. Sie lässt mich vergessen, die Arme möglichst weit Richtung Schultern zu ziehen und den Effekt bemerke ich augenblicklich. Das Seil um meinen Hals zieht sich fester und schnürt die Luft ab. So fest, dass ich noch weiter anspanne und bereits in Panik verfallen möchte, als ein Hustenanfall es mir zusätzlich erschwert, die Arme ruhig zu halten.

Die Konzentration, mich zu beruhigen ist es schließlich, die meine letzte Energie des Widerstandes auffrisst und mich vor Erleichterung und gleichzeitiger Entmutigung mit einem kraftlosen Seufzen auf dem Schreibtisch zusammensacken lässt, nachdem es mir endlich gelingt, zu entspannen und locker zu lassen.

Ungehindert fließen die Tränen nun über mein Gesicht und haben bereits eine kleine Pfütze auf dem Tisch hinterlassen. Es ist mir gleich.
Darüber nachzudenken scheint mir wenig nützlich und plötzlich geschieht das, worauf ich nun schon so lange warte.

Ich spüre die Leere in mir. Eine gute Leere. Eine Schwerelosigkeit in die sich mitsamt dieser Erkenntnis Glücksgefühle mischen und mich lächeln lassen. Schniefend, tränend, aber lächelnd.

Und dann höre ich Schritte hinter mir. Deine Schritte, weil du die Veränderung, die in mir vorging vermutlich gesehen hast.
Deine warmen Hände streichen sanft über meinen Hintern, den Rücken hinauf. Streicheln meine Arme und lockern das Seil ein Stück weit, ohne es jedoch zu lösen.

Die Berührung lässt mich stöhnen und fühlt sich an wie Feuer auf der Haut. Ein Feuer, dass mich bis ins Innerste durchdringt.

Fuck ich habe keine Ahnung, wie du das machst aber ich genieße die Reaktion meines Körpers auf dich. Ich strecke mich dir entgegen, versuche, mich in deine Berührung zu lehnen und mehr zu bekommen. Ob du siehst, wie sehr ich das brauche, kann ich nicht sicher sagen, aber du lässt es zu. Streichelst mich und ziehst all meine Wahrnehmung auf dich. Als wärst du das Wasser und ich der Verdurstende, der dich zum Leben braucht. Du reduzierst mich auf das pure Sein, was nur sein darf, weil du es lässt und der Gedanke, der nur noch peripher meinen Verstand streift, weil sich mein Denken verabschiedet hat, kickt mich. Den animalischen Teil in mir. Der, der nur noch reine Existenz ist.

Ich sauge dieses Gefühl ein und verliere mich noch weiter darin.

Deine Hand, die plötzlich mit Schwung und einem lauten Klatschen auf meinem Arsch landet, holt mich nicht zurück. Im Gegenteil. Sie ist es, die mir das Wasser gibt. Meine Daseinsberechtigung. Ich bin, weil du möchtest. Und die Schläge, die du mir schenkst, nehme ich mit dankbarem Stöhnen entgegen.

Sie sind nicht wirklich schmerzhaft aber genau das, was ich gerade brauche und du wirst schneller, während du meine Arme hältst. Aus meinem Stöhnen wird Keuchen und schließlich ein Wimmern.
Erst dann stoppst du, um die gerötete Haut abermals zu streicheln und zu verwöhnen.

„Du siehst umwerfend aus, Kitty!“, höre ich deine Stimme und lächle. Für mehr fehlt mir die Kraft und du scheinst eine Antwort auch nicht zu erwarten.

Stattdessen lösen deine Finger die Schlinge um meinen Hals, sodass ich erleichtert die Arme zumindest ein Stück weit lockerlassen kann, bis sie nur noch von den Fesseln gehalten werden.
Ob du mein dankbares Stöhnen als das erkennst, was es ist? Keine Ahnung.

Deine Finger gleiten tiefer, den Rücken hinab über meinen Hintern und dringen schließlich quälend langsam in meine Pussy ein.
„Gut!“, brummst du zufrieden, als du die Feuchtigkeit fühlst, die dein Spiel hervorgerufen hat.

TBC

5 Kommentare zu „Home-Office Teil 1/2

  1. Wow,
    wie immer umwerfend geschrieben Catherine!!!
    So umwerfend, das ich im wahrsten Sinne des Wortes mitfühlen kann,
    das ich mit leide, mich mit vorfreue auf das was kommt und ja,
    auch so wunderschön, das mein Körper gleich mit reagiert,
    ob ich das nun will oder nicht.

    Ein echter Lichtblick zwischen den vielen Schreckensmeldungen
    der letzten Tage, der mir das Arbeitengehen erleichtert und meine
    Vorfreude auf den morgigen Tag, vielleicht auf den nächsten Teil
    immens erhöht.

    Ich danke Dir dafür !!!
    Sandra

    Gefällt 1 Person

  2. Mehr. Von Dir, mehr von all dem hier 🙂
    Deine Finger streicheln tiefer, meinen Rücken hinab, über meinen Hintern, Deine Finger spüre ich jetzt in meinem Po und ich dringe schließlich zärtlich, fest und mutig in Deine feuchte Pussy ein. Ich verliere mich und mein Sperma liebend darin. Ich bleibe in Dir die ganze Nacht ❤
    LG Max

    Gefällt 2 Personen

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