BDSM – eine neue Welt

BDSM ist Konsens!
Ab wann ist es aber kein Spiel mehr, sondern Manipulation und Nötigung in einem Abhängigkeitsverhältnis?
Eine Frage, die in diesem Kontext immer wieder gestellt werden muss, weil sie so verdammt wichtig ist. Weil es wichtig ist, den Blick darauf permanent zu schärfen und ein Verständnis zu entwickeln, was BDSM bedeutet und was eben auch nicht.

Erst war es die Neugier eines mitlesenden Vogels, dann meine eigene, die mich auf etwas stieß, das nicht unkommentiert und unbewertet im Raum stehen bleiben darf. Eine Webseite, die Methoden und Muster aufzeigt, Subs zu manipulieren, um von ihnen grenzenlosen Gehorsam zu bekommen.

Fangen wir aber dort an, wo meine Suche begann. Am Anfang.

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BDSM ist lernen. Verstehen. Wachsen. Für sich selbst, aber eben auch miteinander und füreinander.

BDSM ist ein Weg, nicht das Ziel und dieser Weg kann faszinierend, berauschend und erfüllend sein, wenn er mit Respekt und Vertrauen gepflastert ist. Wenn er von wertschätzender Kommunikation erleuchtet wird.

Dank vieler großartiger Vorreiter*innen im Kontext des BDSM finden sich in Buchhandlungen und im Internet zahlreiche Ratgeber, Anleitungen, Fachbücher und Blogs die aufklärerische Arbeit leisten, Denkanstöße geben und auch auf Risiken und Gefahren hinweisen. Sie zeigen in ihrer Gesamtheit die Vielzahl der Spielarten des BDSMs auf und ermöglichen tiefergehende Einblicke in eine wunderbare Welt, deren Dimensionen grenzenlos scheinen, obwohl sie sich innerhalb von Grenzen bewegen. Innerhalb persönlicher Limits, die individuell und zwischenmenschlich permanent neu definiert und ausgelotet werden müssen.

Grundsätzlich klingt das erstmal nicht nach Hexenwerk, ist aber trotzdem eine große Herausforderung, wenn die Grundlagen fehlen. Und dabei rede ich nicht etwa von einem Partner oder einer Partnerin zum Spielen, sondern von den Säulen, auf denen gesundes BDSM basiert. Ich rede vom Verständnis des Miteinanders, von unabdingbarer Einvernehmlichkeit und schlussendlich auch vom gesunden Menschenverstand.

Warum schreibe ich nun aber diesen Text?

Wenn es doch so viele Möglichkeiten gibt sich zu informieren und zu lernen, warum besuchen wir nicht alle regelmäßig Stammtische, lesen Ratgeber und sammeln uns aus den zahlreichen Foren, Büchern und Blogs die Informationen, die wir für unseren ganz persönlichen Weg gebrauchen können?

In einer multimedialen Welt ist Google oftmals näher, einfacher und schneller. Allerdings auch ungefilterter und mitunter erschlagend umfangreich… Oder wie in diesem Fall gefährlich.

Ursprünglich sollte dies ein Beitrag über gemeinsames Wachsen und sicheres Spielen werden.
Ein Beitrag, zu dem mich ein neugieriger Vogel anregte, der in seinem Wissensdrang eine Frage stellte, die mich wirklich beschäftigte, weil ich zwar für mich persönlich eine Antwort darauf hatte, aber keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben kann.

Ist es einer Sub möglich, ihren Dom zu formen?

Hintergrund dieser Frage war die Tatsache, dass der Vogel gerade erst die Pforte ins Reich des BDSM durchquert hat, viele Vorstellungen und Fragen mit sich herumträgt und versucht, die unzähligen Wegweiser und Pfade zu erkennen, um eben seinen Weg zu finden. Auf der Suche nach einer erfahrenen Sub, die aus ihm den Dom formt, der zu ihr passt.

Ich hätte ihm erzählen können, dass sich nach meinem Verständnis miteinander agierende Menschen IMMER gegenseitig formen und beeinflussen. Ob BDSM oder nicht. Doch es wäre nur meine persönliche Meinung gewesen.
Also ging ich auf die Suche und hier liegt der eigentliche Ausgangspunkt für die gewandelte Intention dieses Beitrages.

Was macht einen guten Dom aus? Woran kann sich Dom orientieren? Gibt es allgemeingültige Kriterien oder vielleicht sogar Anleitungen?

Genau hier wird es nun kritisch. Bei meiner Recherche über Attribute eines „guten“ Doms stolperte ich schon während der ersten Suchergebnisse über eine Webseite, die damit wirbt, in nur wenigen Schritten einen „attraktiven Dom“ zu zaubern. Ein kostenloses 7-Tage-Training mit vielversprechenden Kundenbewertungen und Erfahrungsberichten.

Nun könnten wir schon im Vorfeld darüber streiten, ob ein derartiger Onlinekurs überhaupt das Potential haben kann, solcherlei versprochene Ziele zu erfüllen.
Aber: So viele positive Bewertungen können sich doch nicht irren, oder? 😉

Und an der Stelle möchte ich betonen, dass dieser Blogbeitrag nicht dazu gedacht ist, jemanden an den Pranger zu stellen. Ich möchte keinesfalls absprechen, dass einige Inhalte des Onlinekurses tatsächlich dazu beitragen können, einen ersten Blick in diese Welt zu werfen. Ebenso liegt es mir fern, grundlegenden Inhalten (wie Definitionen) per se zu widersprechen.

Ich hoffe hauptsächlich, dass die Leser der Seite bezüglich einiger Aussagen und Ansichten zwischen den Zeilen lesen und erkennen, dass das was dort geschrieben steht, in vielen Punkten jeder Form von wertschätzendem und respektvollen Umgang miteinander widerspricht. 

Wie bereits Immanuel Kant fordert:

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Denn auch wenn der Blog einen groben Einblick zur Orientierung in Form von Definitionen anbietet, ist der Grundtenor seiner zur Verfügung gestellten Inhalte ein anderer.

(Die herangezogenen Zitate wurden ohne Anpassung an aktuelle Rechtschreibregeln aus den Originaltexten übernommen.)

Der Kurs:

Anreize, Ziele, Versprechungen:

Aggressiv wirbt die Seite in zahlreichen Blogbeiträgen für den kostenlosen 7-Tage-Anfängerkurs. Um

  • “Bei Subs einen guten Eindruck hinterlassen
  • Subs um den Finger wickeln wie Kaugummi
  • Ein extrem starkes Vertrauen zu Sub herstellen
  • Konkrete Techniken, die dir helfen ein besserer Dom zu werden”

Werbestarke Versprechen, die sich als Muster zur Manipulation von Subs herausstellen.
Einige Zitate werden vor dem Hintergrund nicht nur fragwürdig, sondern regelrecht gefährlich, wenn sie ungefiltert auf- und angenommen werden. Doch werfen wir gemeinsam einen Blick darauf:

Neben Inhalten des ersten Kurstages schloss die Begrüßungsmail mit einem Link für ein E-Book, das vertiefende Informationen bietet. Zudem verspricht es, „Die nötige Erfahrung um ein guter Dom zu werden von vielen Monaten bis hin zu Jahren […] auf einige Wochen [zu verkürzen].

Ein reißerisches Versprechen, das sicherlich vielen Menschen, die gerade erst beginnen in diese Welt hineinzuschnuppern, gelegen kommt. Warum Jahre investieren, wenn es doch schneller gehen könnte? Warum Fehler selbst machen und daraus lernen, wenn jemand anderes diese alle schon gemacht hat und nun den goldenen Weg aufzeigen kann? 

Stell dir […] vor, wie es wäre, wenn du ein Dom wärst, der auf andere Subs unwiderstehlich attraktiv wirkt. Ein Dom, der weiß, wie er Subs im Handumdrehen geil machen kann und ohne viel Mühe dazu bringen kann, dass sie ihm freiwillig dienen wollen.

Der Kurs wird als eine Art Mentoring-Programm verkauft. Und die Betonung liegt dabei tatsächlich auf „verkauft“, denn das Benefiz eines Mentors ist für 18€ erwerbbar. Hierfür wird dem Kunden dann eine Emailadresse des Seitenbetreibers zur Verfügung gestellt. Auf Fragen antwortet er erwiesener Maßen innerhalb von 48h. Für insgesamt 20€ ist dann auch das tiefergehende E-Book inkludiert.

Der Online-Auftritt von dem ich spreche, ist relativ umfangreich, wirbt mit vielversprechenden Rezensionen und noch effektvolleren Versprechen über Wirksamkeit und Erfolg. Er wirbt mit Grundlagenkenntnissen und mit Simplizität, um Sub zu finden und an sich zu binden. Mit Methoden und Techniken, Vertrauen aufzubauen und Sub zu erregen.

Dadurch, dass ich weiß wie sie denken, weiß ich, wie ich bei Subs bekomme, was ich möchte.

(Der Einfachheit halber bleibe ich beim männlichen Dom und einer weiblichen Sub, auch wenn der Blog auch für alle anderen Kombinationen ausgelegt ist!)

Anfängertaugliche Kursinhalte?

Der „Kursstart“ begann mit einem Blogbeitrag über die Grundlagen des BDSM und erste Definitionen.
Aber schon dort sind mir einige Passagen aufgefallen, die für mein Verständnis keinesfalls anfängertauglich sind. Doch genau für Anfänger sollte der Kurs gedacht sein. Seine fehler- und lückenhaften Inhalte aber können eben genau bei „Neulingen“ zu einem fehlerhaften und mitunter gefährlichen Verständnis von BDSM führen.

Beispielsweise hier: Von Christian Grey (50 Shades of Grey) als einem Mann zu sprechen, der sich „charakterlich gut benimmt“, finde ich nicht nur fragwürdig, sondern gefährlich.

  • Subs/Menschen (!) zu alkoholisieren, um den eigenen Willen durchzusetzen, ggf. sogar gegen ihren ausdrücklichen Wunsch mit ihnen Sex zu haben, ist Vergewaltigung.
  • Subs zu ignorieren, die das Safe-Word nutzen, ist sexuelle Nötigung.

Um nur ein paar Beispiele zu nennen, die verdeutlichen, dass FSOG KEIN BDSM-Buch/Film, sondern lediglich ein romantisiertes Werk über sexuelle nicht-einvernehmliche Gewalt ist.
Es gibt genügend Abhandlungen darüber, von denen ihr bei Interesse eine gut zusammengefasste hier finden könnt:

https://www.ruhrbarone.de/lydia-benecke-shades-of-grey-ist-sexuelle-gewalt/138760

Allein diesen Satz als Beginn eines Kurses für „Neulinge“ aufzustellen und unkommentiert stehenzulassen, ist mehr als grob fahrlässig.

Aber auch grundlegendes Wissen wird fehlerhaft weitergegeben, denn unmittelbar danach, noch bevor definiert wird, was BDSM als Akronym bedeutet, findet sich folgender Satz: 

Beim BDSM geht es größtenteils um ein Machtgefälle und Sadomasochismus, also Schmerzen.
Nein! BDSM kommt auch gut ohne Schmerzen aus.
BDSM KANN mit Schmerzen spielen. Ebenso mit Demütigung und Erniedrigung, aber bereits im ersten Abschnitt des Textes zu deklarieren, dass Schmerz DER zentrale Punkt im BDSM ist, bringt vermutlich viele interessierte Leser dazu, das Browserfenster umgehend zu schließen.

!Eine so plumpe Fehldarstellung wirkt einer Entstigmatisierung dessen, was unter richtigen Voraussetzungen so wundervoll sein kann, entgegen!

Weiterhin stolperte ich unter anderem über die Erklärung für „Devot“ und „dominant“.
Unterwürfig, schüchtern, gehorsam vs. bestimmend, selbstbewusst, führend.
Sub ist nicht zwangsläufig während einer Session schüchtern. Teilweise ist sogar das Gegenteil der Fall. Auf diese bratty Subs und die Meinung des Autor über sie kommen wir später noch genauer zu sprechen.

Der Kurs suggeriert, Subs Reaktionen vorhersehbar und berechenbar zu machen und dadurch als Dom Selbstbewusstsein zu entwickeln und dieses auch ausstrahlen zu können. Dass aber jeder Mensch, jede Sub situations- und tagesformabhängig reagieren kann, fällt der Einfachheit halber unter den Tisch. Es würde den Kursversprechen vielleicht entgegenstehen.

Absicht oder fehlendes sprachliches Feingefühl?

Neben Ungenauigkeiten und fehlerhaften Darstellungen sind deutliche Manipulationsmechanismen im kostenlosen, jedoch vermehrt im kostenpflichtigen Content erkennbar. Beeinflussungstaktiken, die dem werdenden Dom an die Hand gegeben werden, um Sub an sich zu binden und (wortwörtlich) abhängig zu machen.

Ich tat mich anfangs schwer damit, das so deutlich zu formulieren. Zu Beginn waren es nur Passagen die möglicherweise, eventuell, vielleicht in eine entsprechende Richtung gedeutet werden könnten. Auszüge, die Interpretationsspielräume offenlassen und lediglich durch eine ungünstige Wortwahl ungesund ausgelegt werden könnten.

Ich versuchte zu Beginn, wohlwollend nicht die sprachlichen Fähigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen und aus jeder ungünstigen Formulierung Dinge herauszulesen, die dort offiziell nicht stehen, doch insbesondere im zweiten Teil des Kurses wird der Ton deutlicher.

Es geht dort ganz offenkundig darum, Abhängigkeiten zu schaffen. Darum, Subs durch subtile Tricks dazu zu bringen, Vertrauen zu schenken und derart zu manipulieren, dass sie langfristig hörig bleiben.

Um es an zwei konkreten Beispielen festzumachen:

Wenn du ein Geheimnis mit einem Menschen teilst, wird das Vertrauen automatisch größer. Du musst dazu nicht einmal wirklich ein Geheimnis teilen. Es reicht, wenn Sub das denkt.

Und

Du solltest […] die Person sein, an die deine Sub sich mit allen Problemen, die sie hat wenden kann. […] Wenn du diese Person sein kannst […] machst du deine Sub ein wenig Abhängig von dir, da sie ohne dich nicht mehr diese Person hat.

Im fortschreitenden Text findet sich dann diese aufschlussreiche Passage:

Du kannst jeden Menschen Konditionieren. So etwas eine unwillige Sub gibt es nicht. Mach dich selbst eben einfach so interessant für sie, dass sie dich um alles behalten möchte. Und wenn sie dann sich schlecht verhält, dann kannst du ihr androhen sie zu entlassen, falls die anderen Strafen keine Wirkung haben.

DAS ist Manipulation gepaart mit seelischer Erpressung, um das zu bekommen, was Sub unter anderen Umständen aus welchen Gründen auch immer abgelehnt hat. Insbesondere, wenn es Dom tatsächlich gelungen ist, Sub soweit von sich abhängig zu machen, dass ihre „Entlassung“ mehr Nachteile (Seelische und soziale) mit sich bringen würde, als etwas zu tun, was Subs Limits überschreitet. 

An diesem Punkt hörte mein Verständnis für ein möglicherweise fehlendes sprachliches Feingefühl auf, denn genau diese Beeinflussung ist ein angepriesener Teil des E-Books und damit zum Teil auch der Blogbeiträge.
An diesem Punkt endet mein innerer Versuch, die ganzen „Vielleicht“ und „Möglicherweise“ auszublenden.

Manipulation in Phasen

Blicken wir tiefer in die Inhalte:

Im Abschnitt „So findest du Sub“ werden Strategien für soziale Netzwerke erläutert, die dabei helfen sollen, die „Wege um die Arbeit die man braucht […] zu verkürzen.“ – Warum auch nicht, immerhin soll der ganze Kurs dazu beitragen innerhalb kürzester Zeit ein „attraktiver Dom“ zu werden…

(Anmerkung: Fast am Schluss gibt es tatsächlich noch ein kurzes Kapitel über die Arbeit, die ein Dom in sich selbst investieren sollte, um eine ebenso unwiderstehliche Wirkung auf Subs zu bekommen, wie der Autor selbst sie nach eigenen Angaben hat. Kurz, weil manipulative Verhaltensweisen und Vorbereitungen, Sub kennenzulernen der Arbeit am Selbst offensichtlich vorrangig sind. Vielleicht auch, weil weniger kompliziert.

Mach dich interessant. Wenn du keine Hobbies hast […] bist du ganz automatisch uninteressant. […] Such dir Hobbies […] Am besten welche, die wirklich deine Leidenschaft wecken. […] Pflege dein Äußeres und suche dir einen guten Klamottenstil.“) – Wow…

Subs über Online-Plattformen kennenzulernen scheint wesentlich wichtiger. Das entsprechende Kapitel erklärt, wie die Beiträge am besten wirken und zusammengestellt werden sollten und ab welchem Zeitpunkt es sich lohnt, nach einer Sub zu suchen. Wobei er nicht vom Suchen spricht, denn ein „richtiger“ Dom „Muss nicht um Subs flehen oder sich nötig zeigen. Die Sub sollte zu ihm kommen. Er muss nur mitteilen, dass er eine sucht und sie sollte sich bei ihm melden. Wenn du genug Inhalte auf deinem Account hast, dann sollte das auch nicht das Problem werden.

Der darauffolgende Abschnitt baut direkt auf den Erfolg der Nicht-Suche-Tipps auf Dating- bzw. Online-Plattformen auf. Warum er selbst nicht auf nicht-medialem Weg sucht, schreibt er gleich zu Beginn des Kurses:

Zu oft ist es schon passiert, dass ich einige Wochen Vertrauen mit einer Bekanntschaft aufgebaut habe und dann irgendwann stellte sich erst heraus sie steht nicht auf BDSM.

Sein im E-Book enthaltendes Konzept beschreibt anhand von fünf Phasen, wie aus einer Online-Bekanntschaft „deine Sub“ wird, die schließlich ein Treffen im realen Leben wünscht.

Das 5-Phasenmodell:

Alle Tipps und Tricks, das Vertrauen der Sub (nicht der Frau!) zu gewinnen, sind laut Kurs über die 5 Phasen hinweg zu intensivieren, um aus einer Sub DEINE Sub zu machen.

Hinweise, wie das in kürzester Zeit gelingt, gibt er selbstverständlich auch.

Durch das Teilen von Geheimnissen (Wir erinnern uns: „Du musst dazu nicht einmal wirklich ein Geheimnis teilen….

Lüge nicht:Ein schlechter Dom würde [vielleicht verschweigen, dass er mehrere Subs hat] aber ich weiß, dass meine Sub mir in dieser Hinsicht vertraut und die Eifersuchtsgefühle auch auf sich nimmt, damit ich glücklich bin und meinen Spaß habe.“ (…)
Es liest sich, als wäre der Spaß eine Einbahnstraße. Als wäre es allein Subs Aufgabe und das unter allen Umständen, für Doms Vergnügen zu sorgen.

Vertrauen jedoch kann gestärkt werden – und hier gibt er tatsächlich die Warnung, dass seine Taktiken zur Manipulation nachhaltigen Schaden anrichten können, wenn „du sie nicht verantwortungsbewusst einsetzt. Du solltest kein starkes Vertrauen vorgaukeln, wenn du es nicht ernst meinst und nur „kurzfristig“ mit deiner Sub was machst.

Achte auf Subs Grenzen und Tabus
Erwarte nicht, dass du gleich mit ihr umgehen kannst, als wäre sie deine Sub.“ 
Versteh mich nicht falsch, was nicht ist kann noch werden. […] Zunächst muss zwischen euch vertrauen herrschen.

Dann passiert vielleicht folgendes:

Sub möchte sich fallenlassen und alle Macht und gleichzeitig Verantwortung in deine Hände geben. Sub weiß, dass es das Richtige ist […] Subs lieben es von ihrem Dom gezeigt zu bekommen, dass […] Sub alles tun muss was Dom sagt.

Mit fortschreitenden Phasen soll Sub so ihrem Gegenüber mehr Einblick und auch Kontrolle über ihr Leben geben. Um nun herauszufinden, ob Sub schon zur „Sklavin“ (??) geworden ist, wird der sogenannte „Sub-Test“ angeboten. Anwendbar „wenn du wissen möchtest, ob Sub dir gegenüber gehorsam ist und dir schon genug vertraut um deine Anweisungen zu befolgen.

An der Stelle werden nun Formulierungen und Aufgaben angeboten, um Sub „zu testen“, gefolgt von der Faustregel „Sobald Sub 3 mal hintereinander einen deiner Tests bestanden hat ist sie bereit für Phase III“ in der „Sub nun bereit [ist] sich dir wirklich zu unterwerfen.

Laut Autor brauchen Subs in dieser Phase („viele Subs sind sehr schüchtern“) etwas Hilfe, um die Entscheidung zu treffen, ob sie einwilligen „deine Sub“ zu werden. Sätze wie „Du bist dir also nicht sicher? Vielleicht sollte ich mich ja dann auf die Suche nach jemandem Neuen machen“ werden ganz deutlich empfohlen.

!Das ist Manipulation, emotionale und gegebenenfalls auch soziale Erpressung!

Die Kursunterlagen versprechen:
Wenn du diese Schritte bisher richtig befolgt hast, dann wird das aber eigentlich nicht vorkommen.

Und weiter:

Am Ende dieser Phase [3] soll Sub deine Sub sein.

Weiterführend wird nun geraten, Regeln in den Alltag einfließen zu lassen und Sub auf ein Treffen vorzubereiten. Um jedoch nicht „needy“ zu erscheinen und Sub zu signalisieren, der Wunsch nach einem Treffen käme ausschließlich von ihr, wird auch hier fleißig weiter manipuliert:

 „Möchtest du, dass ich xyz mit dir mache?“ (Ja!) Erfordert die Antwort: „Dass das ja leider nicht geht, weil sie nicht bei dir ist“.

Die fünfte und finale Phase ist dann erreicht, wenn 3 Punkte erfüllt sind:

  • Deine Sub vertraut dir 100%ig
  • Deine Sub ist in dich verliebt
  • Du kannst deine Sub „auf Knopfdruck“ erregen (auch hierzu gibt es ein Kapitel: Wie du Sub geil machen kannst – konkrete Techniken:
    Erzähl ihr ruhig zum 100sten Mal, dass du derjenige bist, der darüber entscheidet wie viel Mal sie pro Woche…. […] Frage sie, wem sie gehört. […] sie wird sofort demütig in den Subspace gleiten.
  • Berührungen am Hals […] Berührungen am Handgelenk […] Geschlechtsteile anfassen […] Fesseln („Ich kenne keine einzige Sub, die es nicht total anmacht gefesselt zu werden“) […] Masochismus ausnutzen […] Demütigen
  • Sie lässt dich an ihrem Leben teilhaben und dieses komplett oder teilweise bestimmen (also nicht bloß sexuelle Aspekte)
  • Sie wird traurig/ schämt sich/ bekommt ein schlechtes Gewissen, wenn du ihr zeigst, dass du enttäuscht von ihrem Verhalten bist
    In diesem Zustand wird Sub alles für dich tun. Du hast nicht gespielte Kontrolle über deine Sub, du hast echte Kontrolle über deine Sub. Sub wird nicht rational denken um ihre Entscheidungen zu treffen. Nein sie wird dir blinden Gehorsam leisten. […] Sei dir bewusst, dass du spätestens ab diesem Moment die Verantwortung für zwei Menschen trägst.

Seid euch bewusst, dass ich spätestens in diesem Moment nicht mehr weiß, ob ich vor Wut heulen oder in den Schreibtisch beißen soll.

Spätestens hier relativiert er alles pseudo-aufgeklärte Gerede ala “Sub ist einzigartig und sollte stets wertgeschätzt werden” auf die reine Tatsache, dass Sub willig und hörig ist und ein reines Objekt darstellt, das dem Willen des Doms gehorcht.

(Man nicht-suche sich dazu im Idealfall eine unsichere Frau, die dankbar ist, endlich einen Dom zu finden, der ihr Leben in die Hand und ihr selbst wichtige Entscheidungen im Tausch gegen sexuelle Unterwerfung abnimmt – Anmerkung einer gereizten und angewiderten Catherine.)

In Gedanken schreie ich und möchte den Autor dieses Textes zumindest schütteln, bevor ich ihn frage, ob das sein fucking Ernst ist! Aber vermutlich ist es das. Immerhin verdient er damit ja Geld.

Abhängigkeit und mögliche Konsequenzen

Die forcierte Abhängigkeit wird demnach bereits in Phase 3, also vor dem ersten Treffen akut. Betrachten wir diesbezüglich aber den Auszug eines wesentlich späteren Kapitels:

Manche Subs sind aber sehr zäh und bratty, auch über einen längeren Zeitraum. Ich persönlich mag solche Subs nicht so gerne, ich habe oft nicht die Zeit und Kraft mich damit so stark auseinander zu setzen und sie zu erziehen. Wenn du zufällig so eine Sub hast, dann musst du dich erst bewusst entscheiden ob du die zusätzliche Zeit hast, dich intensiv mit dem „Training“ deiner Sub zu beschäftigen.

Zufall? Denn im Kapitel zuvor, indem anhand eines Phasenmodells das Kennenlernen und An-sich-binden einer Sub beschrieben wird, wird aus „einer“ Sub erst dann „deine“ Sub, wenn sie bereits nach kürzester Zeit abhängig ist.

Was geschieht also, wenn Dom diese Zeit eben nicht hat. Oder die Lust, sich dem Training der Sub zu widmen. Was geschieht dann mit dem abhängig gemachten Menschen?

Vergleichen wir doch zwei Zitate miteinander:

Und wenn sie dann sich schlecht verhält, dann kannst du ihr androhen sie zu entlassen.“

Das wird sie nicht wollen können,

„da sie ohne dich nicht mehr diese Person hat [der sie stets vertrauen und auf die sie bauen kann].

Trennt sich Dom nun von seiner in die Abhängigkeit manipulierten Sub, fehlt dieser nun aber ein wichtiger Bezugspunkt. Ein Anker.
!Sub mit ihrer Entlassung zu drohen ist Nötigung und emotionaler Missbrauch!

Hier zeigt sich nun eindeutig, was in kleinen Häppchen bereits vermittelt wurde.

…ob du die zusätzliche Zeit hast, dich intensiv mit dem „Training“ deiner Sub zu beschäftigen.
Eine bratty Sub, eine die spielerisch andeutet, durch Ungehorsam das Machtverhältnis ins Wanken zu bringen, bedeutet Arbeit und kostet Zeit. Aufwand, der einem möglichst einfachen und vor allem schnellen Weg entgegensteht, mit Sub ein dienstbares und widerstandsloses Sexobjekt zu bekommen.

Zitate wie „Sie dient und gehorcht mir aufs Wort, EGAL was ich von ihr möchte“ oder auch „meine […] Subs haben für mich wirklich alles getan“ haben mit diesem Hintergrund einen noch übleren Beigeschmack.

Es mag sein, dass es Menschen gibt, die BDSM auf alle Lebensbereiche und in alle Lebenslagen übertragen können. Es mag sein, dass er auch hier „nur“ unglücklich formuliert.
Da er aber im Kapitel Aftercare schreibt: „Bei 24/7 TPE Beziehungen sollte Aftercare stattfinden […] damit das Vertrauen bestehen bleibt.“, muss ich auch hierzu ein paar Worte verlieren. 
(TPE – Total Power Exchange)

Ich störe mich daran, dass er keinerlei Definition der Begriffe gibt. Insbesondere, da ich daran erinnern möchte, für welche Zielgruppe die Anleitung geschrieben ist! Zum TPE findet sich allerdings auf seiner Seite (Nicht im Onlinekurs-Umfang) ein Text:
Als ich mit BDSM angefangen habe, fragte ich mich, wann man in einer BDSM-Beziehung bereit für TPE ist.

Auf Nachfrage per Mail relativiert er meine Interpretation, TPE sei das Krönende Ziel einer BDSM-Beziehung, jedoch liest es sich in den bereitgestellten Unterlagen als genau das und nicht als eine mögliche Auslebung von BDSM. Passende Zitate:

Sie dient und gehorcht mir […] EGAL was ich von ihr möchte.

In Kombination mit Zitaten wie

Du kannst jeden Menschen Konditionieren. So etwas wie eine unwillige Sub gibt es nicht.

Und

Ich persönlich mag solche [bratty] Subs nicht so gerne, ich habe oft nicht die Zeit und Kraft mich damit so stark auseinander zu setzen und sie zu erziehen

erwecken leider schnell den Eindruck, Sub sei lediglich ein Objekt, das möglichst schnell und effektiv zu einem Objekt erzogen wird, um es – entschuldigt den Ausdruck – fickbar zu machen.

Sind das Zufälle? Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate verschiedener Kapitel?

Immer wieder?

Ich wage gar nicht darüber nachzudenken, dass er im Kapitel Verletzungen verstecken ein Tutorial verlinkt hat, in dem Frauen die blauen Flecken auf ihren Wangenknochen überschminken.

Weitere fragwürdige Inhalte des E-Books:

An der Stelle möchte ich euch weitere Zitate geben.

Über Tabus und Nogos: […] Der dom darf dann (laut allgemeinem Konsens) diese konkreten Sachen nicht mit sub machen. Aus meiner Sicht sind Tabus und Nogos nicht nur ein effektives Mittel zur Gefahrenminderung sondern auch zur Lustminderung. Sub soll aus ganzem Herzen ihrem dom dienen und vertrauen. Es sollte keine Einschränkungen ihrerseits gegenüber ihrem dom geben.

Wir vergessen bitte nicht, dass der Kurs für Anfänger ausgelegt sein soll und lesen dann auf der Seite weiter:

Dabei sagt sub dann nicht was ich mit ihr nicht machen darf, sondern sie sagt was sie nicht gerne hat. Das ist ein großer Unterschied, denn letzten Endes sollte die Entscheidung was dom tut ausschließlich dom selbst obliegen.

Dinge die ich nicht mag (ideal für Strafen) und Dinge, die ich auf keinen Fall zulassen würde (Hardlimits), sind allerdings zwei Paar Schuhe.

Der echte dom wird verantwortungsvoll handeln und respektieren, dass manche Sachen seiner sub nicht gefallen, während der trashdom auch bei tabus und nogos im Fall der Fälle autark entscheidet und diese tabus übergehen kann. Somit bringen tabus und nogos nicht mehr Sicherheit als diese von mir erklärten Absprachen. Sie mindern aber das Machtgefälle, auf das es bei bdsm ankommt.

Eine wesentlich einfachere Unterscheidung in beispielsweise Soft- und Hard-Limits, bei denen das eine Grenzen sind, die unter Umständen verschiebbar sind („manche Sachen, die Sub nicht gefallen“) und das andere absolut nicht in Betracht kommt (No-Gos, gemauerte Grenzen) wäre für Anfänger möglicherweise leichter verständlich gewesen.

Aber im zweiten Teil der Dinge, die Dom niemals tun sollte, wird das relativiert, denn laut Lektüre sollte Dom sowieso nicht das tun, was Sub möchte:
Ja, wir gehen davon aus, dass Sub im Machtgefälle die eigene Macht aufgeben möchte. Im konsensuellen Rahmen, der nur leider nicht anfängertauglich erklärt wird.

Es folgen konkludierende Sätze wie:

Tu lieber einfach was du möchtest.“ Und „Du tust das mit ihr was du möchtest.

All diese Sätze, all die Theorie weist letztendlich auf die Basis des ganzen Kurses hin: Frauen sind willenlos, manipulierbar und als Sexobjekt zu betrachten und IMMER gierig nach Sex.

Versteht mich nicht falsch: Ja, mit dem richtigen Partner, mit einem, der mir zuvor gezeigt hat, dass ich mich fallenlassen kann und meinen Willen unterordnen darf und er auch das handhaben kann, habe ich nichts dagegen, wie ein Sexobjekt behandelt zu werden. Das E-Book jedoch vermittelt diese Sichtweise bereits vor dem eigentlichen Kennenlernen des devoten Parts. Jeder Schritt (insbesondere im Bonuskapitel „Phasenmodell“ ist nur darauf ausgerichtet, Sub in die Abhängigkeit zu bringen. Es spricht nicht davon, einen Menschen kennenzulernen, sondern eine Sub. Schnell wird aus Sub in der Nomenklatur dann auch eine Sklavin. 

Ein Kapitel erklärt sogar, dass es nur weniger Berührungen und Worte bedarf, um Sub zum Betteln nach Sex zu bewegen. Eine feste Hand am Hals, ein knapper Befehl, gezielte Berührungen der erogenen Zonen. Ob der Hinweis, das doch bitte nur bei der eigenen Sub zu versuchen, mit einem Augenzwinkern zu lesen sein soll, wage ich zu bezweifeln.

In den meisten Fällen wirst du Sub geil machen können und sie wird von selbst Sex wollen.

Dass Lust tages- und situationsabhängig sein kann, wird in diesem für Anfänger geschriebenen Kurs nicht erwähnt. Wahrscheinlich würde es den Versprechen des Kurses entgegenstehen.

Im Kurs ist auch ein Interview mit seiner Sub enthalten. Es soll einen Einblick in ihre Denkweisen geben und verstehen helfen, warum Sub dominiert werden möchte.
Ob es diese Sub tatsächlich gibt oder ob hier die Manipulation schon so weit vorangeschritten ist…
Nun ja seht selbst:

Der Autor erklärt zu Beginn des Kapitels Wieso genau möchte Sub dominiert werden folgendes:
Es ist schwierig genau zu sagen, was einem daran gefällt, aber wenn ich etwas aufzählen müssen, dann wären es:

  • Das Vertrauen,
  • die Demütigung und Erniedrigung,
  • die Machtlosigkeit und
  • das Fallenlassen.

Was genau ihr daran gefällt, erfährst du im folgenden Interview:

Das Interview beginnt und wir finden das:

[…] Es ist schwierig genau zu sagen, was einem daran gefällt, aber wenn ich etwas aufzählen müsste, dann wären es das Vertrauen, die Demütigung und Erniedrigung, die Machtlosigkeit und das Fallenlassen.

Zufall? Oder vielleicht schon ein Hinweis auf ein Zitat aus dem Bonusmaterial des Kurses, in dem der Autor erklärt:
Gute Doms schreiben meistens gute Geschichten. Lass dich dazu gerne von meinen Geschichten auf [der Internetseite] inspirieren.

Mein Fazit

zur monetären Auslegung dieser Seite:

Zunächst dachte ich, das Konzept sei schlicht Abzocke.
Dass ein kostenloser Content erweitert wird, um gegen Geld verkauft zu werden ist nichts Neues, 20€ in meinen Augen aber definitiv nicht wert. Es suggeriert im Gegenteil sogar, dass die Inhalte wertvoll sein müssen. Hilf-, erfolgreich und zielführend.

Der Kauf des angebotenen E-Books ist ganz offensichtlich der eigentliche Background des Kurses und der Webseite an sich. Ein E-Book, das laut Betreiber bereits am Tag 2 von 60 % der gecoachten Doms erworben wird.

Ein E-Book das im Grunde die kostenlosen Blogartikel auf 70 Seiten aneinander reiht – So dachte ich zunächst. Zusätzliche Inhalte handeln von aggressiven und tiefergehenden Methoden, Sub zu finden, innerhalb kurzer Zeit Vertrauen zu erschleichen und Sub möglichst schnell abhängig zu machen, um zu bekommen was Dom will. 

Nun hätte ich statt des Rundum-Sorglospaketes (20€ für umfangreiche Beratung und das E-Book) auch ein sogenanntes Platin-Coaching buchen können, bei dem für 139 €/Woche (s)eine Sub online zur „Verfügung gestellt wird“. Jedoch heißt es auf Nachfrage per Mail:

Das Platincoaching ist leider zur Zeit nicht verfügbar, entschuldige :%
(Das Konzept und ein evaluierender Fragebogen seien noch nicht ausgereift.)

In der Hälfte dieser zusätzlichen Kapitel werden zudem vertiefende Manipulationsmechanismen und fragwürdige Inhalte vermittelt, die nichts mit konsensuellem BDSM gemein haben.

Auch hier gibt der Online-Kurs Aufschluss:
Beim BDSM gibt es nämlich sehr viele Menschen, die auf CNC stehen (Consensual Non-Consent). Das heißt, dass sie gerne vorgeben etwas nicht zu wollen (wie zum Beispiel vom Dom gequält zu werden), es aber in echt schon wollen. Damit im Notfall Sub Dom signalisieren kann, dass jetzt wirklich Schluss sein soll und es nicht mehr gewollt ist, gibt es ein Safeword.

Erinnert euch bitte an den Part über den Gebrauch von Safe- und Codewords (No-Gos, Grenzen, Limits), den wir uns bereits angesehen haben und die Tatsache, dass diese Inhalte Menschen vermittelt werden, die BDSM gerade erst entdecken möchten. 

Schlusswort

An die Doms unter euch:

Tut! So etwas! Nicht!

Manipuliert keine Menschen und schon gar nicht die, mit denen ihr eine Beziehung führen möchtet. DAS ist kein gesunder Weg. DAS ist einfach nicht richtig!

Und an die Subs:

Wenn ihr merkt, dass jemand mit euch genau das versucht abzuziehen, dann zieht die Reißleine! So schnell es geht! Denn am Ende werdet ihr die Leidtragenden sein. Eine D/S-Beziehung darf nicht den Sinn haben, Subs Wesen zu ändern, Sub abhängig zu machen, Sub vollständig zu untergraben und ihre Eigenständigkeit als Mensch auszuhebeln!

Ich bin schockiert über ein solches Vorgehen. Über so offenkundige Beeinflussung und Tricks. Darüber, dass so etwas unter dem Deckmantel von BDSM veröffentlicht wird, denn genau das ist es nicht!

Hinter einer in die Abhängigkeit manipulierten Sub steht kein Konsens mehr, sondern Missbrauch.

Ein Dom, der nach diesem Ratgeber wächst und sich entwickelt, der diese Methoden anwendet, ist kein Dom, sondern ein Psychopath.

Passt auf euch auf und hinterfragt. Nur weil es auf vermeintlich großen Seiten im Internet steht, heißt es noch lange nicht, dass es gut sein muss.

Wenn euch Versprechen gemacht werden, die zu gut klingen, um wahr zu sein, dann sind sie es in den meisten Fällen auch.

In diesem Sinne: Sapere Aude!

Eure Catherine

12 Kommentare zu „BDSM – eine neue Welt

  1. Meine Erfahrung nach 40 Jahren als unwürdiger Diener. Keine Domina und kein Dom braucht eine Anleitung dafür dominant zu sein. Das liegt in deren Natur. Nur die praktische Ausübung dessen sollte erlernt werden. Leider gibt es im Internet für jeden Blödmann eine Anleitung.
    Danke für die umfangreiche Aufklärung Frau Dr. Catherine.

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    1. 🌹Ich denke, dass es eine interessante Möglichkeit gewesen wäre, erste Eindrücke zu vermitteln. Doch mMn geht das, was der Betreiber da tut in eine absolut ungesunde Richtung, die mehr schadet, als hilft.
      Am Anfang steht sicherlich oft Unsicherheit und ein „Leitfaden“ mag da einen gewissen Halt bieten. Wenn er denn gut gemacht ist.

      Aber ja, die Praxis kann Schrift natürlich nicht ersetzen. 🌹

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  2. BDSM ist eine neuzetiliche, politisch allzu korrekte Verwässerung dessen, was SM einst war. Man lese beim Namensgeber, des Buchstabens „S“, beim Herrn de Sade, einmal nach, was man unter dieser Bezeichnung so alles an Literatur findet. Und es soll tatsächlich frei denkende Menschen geben, die vielleicht etwas anderes wollen, als die Pfade des Mainstreams weiter auszutreten.

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    1. 🌹Wenn Konsens Mainstream ist, dann unterstütze ich ihn gern! Wenn ich Minderjährige Mädchen in einem Chat über 24/7 diskutieren sehe, die sich markieren lassen möchten und wenn ich an Subs denke, die an Doms geraten, die nach diesem „Leitfaden“ handeln, dann ebenfalls!

      Ich sage nicht, dass es nicht Menschen gibt, die das was wir tun und lieben viel intensiver und umfangreicher tun und leben.
      Für Anfänger und Menschen, die sich gerade erst in diese Welt einfinden ist dieses Gedankengut jedoch (mMn) gefährlich.🌹

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      1. Wir dürfen aber doch nicht immer vom Bösen ausgehen, um davon getrieben die Welt immer mehr zu überwachen. Natürlich bin ich in den von dir genannten Beispielen vollends bei dir. Aber wir sollten ebenso die unterstützen, die sich auf alles oder nichts einlassen wollen.

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      2. 🌹 Natürlich! Da stimme ich dir voll und ganz zu! Die Webseite, bzw der Kurs richtet sich allerdings an Anfänger, die zuvor nicht oder sehr wenig aus dieser Welt gesehen haben. Bei Menschen, die in dem was sie tun gefestigt sind, sage ich gar nichts!🌹

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    1. 🌹Natürlich! Allerdings wird das so in dem Kurs nicht ausgelegt. Grundsätzlich kann Freiheit auch sein, darauf zu verzichten. Dann ist auch das consensual. Für Anfänger finde ich es dennoch fraglich.🌹

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  3. Eigentlich ist das Web-Angebot für Doms, das Du beschreibst, ein einziges Ärgernis. Es sucht schlicht nach Machos, welche von der unterwürfigen, immer verfügbaren Frau träumen und greift möglichst viele dieser Phantasien in Männerlenden ab.
    Um so schöner, gibt es Menschen, die erfahren dürfen, dass BDSM gerade in der achtsamen Umsetzung einer wirklichen Partnerschaft unermessliche Tiefe möglich macht. Auf dem Weg dahin machen wir alle Erfahrungen, und die sollen nicht vergiftet sein! Nicht nur der Dom verdient Respekt, jeder Mensch hat ihn nötig, und wer in Begegnungen wachsen will, traut dem Gegenüber oder Gegendrunter immer zu, dass genau dieser Moment mit ihm oder ihr dazu beitragen kann. Wir wollen einander gut tun. Dann kommt es auch gut.

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    1. 🌹Das hast du sehr schön geschrieben!
      Ob Partnerschaft oder Beziehung welcher Art auch immer: ja, die Tiefe, die darin mitunter zu spüren ist, kann wundervoll und erfüllend sein. Respekt, Wertschätzung und Achtung sind so unfassbar wichtig und dürfen nicht vergessen werden!🌹
      Danke!

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