Venedig sehen und spielen 2/6

Wieder verwirre ich mich selbst mit den eigenen Gedanken.

Komme ich deinem Willen nach und belasse die Arme hinter dem Rücken, weil ich dir gehorchen möchte? Oder vielleicht weil ich sehe, wie auch du die Berührung herbeisehnst.

Wiederstehe ich, weil ich nicht den ersten Schritt machen will? Ist es ein kleiner Sieg über mich selbst, dem Drang standzuhalten? Sind es die Konsequenzen meines Ungehorsams, die ich nicht abschätzen kann, sollte ich es doch tun? Damn… warum gibst du mir so viel Zeit darüber nachzudenken?

Wie lange wir uns gegenüberstehen kann ich gar nicht sagen, doch irgendwann überwindest du endlich die Distanz und als deine weiche Handfläche auf meiner Wange liegen bleibt, ist es Erleichterung und Dankbarkeit zugleich, die sich in einem Stöhnen entladen. Mit dem Daumen fährst du die Konturen meiner Lippen nach und lächelst, als sich mein Mund fast schon automatisch öffnet.

Deine Hand gleitet weiter. Meinen Hals hinab. Streift die Schulter hinunter zum Bauchnabel und tatsächlich habe ich sie vergessen. Die Kette. Zumindest solange, bis du mit dem Finger in der Abwärtsbewegung daran hängen bleibst.

Dein halbherziges „Oh“ wäre auch ohne das amüsierte Grinsen wenig glaubhaft gewesen, doch diese leichte Bewegung lässt mich die Fassung verlieren. Ich trete erschrocken einen Schritt zurück und sehe dich mit großen Augen an, während ich sinnloser Weise versuche, die schmerzenden Nippel mit einer Berührung meinerseits zu beruhen.

„Aufpassen!“, keuche ist und ärgere mich über den fast schon flehentlichen Unterton in der Stimme.

Dein Lächeln erstirbt, auch wenn es in deinen Augen weiter strahlt.

„Hab‘ ich dir erlaubt zu sprechen?“

Wow! Du bist gut. Der Ton trifft genau den, den ich brauche und das lässt mich das Brennen an meinen Brüsten sogar fast vergessen. Schnell schüttele ich mit dem Kopf und sauge den zufriedenen Ausdruck auf deinem Gesicht wie ein Schwamm auf.

„Brav! Komm wieder her!“

Jetzt bin ich es, die laut schluckt, aber dennoch augenblicklich reagiert. Ich nehme die Position die du mir zugewiesen hast erneut ein. Nur mein Atem geht deutlich schneller, was nicht zuletzt an deiner erhobenen Hand liegt, die sich der Kette ein weiteres Mal nähert, jedoch ohne sie erneut zu berühren. Stattdessen streifst du die Innenseite meiner Schenkel. Wesentlich fester als noch mein Gesicht fährst du bis in meinen Schritt hinauf. Als ich begreife, wohin dich dein Weg führen wird, schließe ich bereits erwartungsvoll die Augen. Den Kopf leicht zurückgelehnt, da explodiert erneut der Schmerz in meiner Brust.

„Augen auf, Kitty!“

Mein vorwurfsvolles „Fuck“ atme ich zwischen aufeinander gepressten Zähnen tapfer weg und ja, die Erregung ist anfänglicher Verärgerung gewichen. Wobei ich nicht einmal sagen kann, ob es wirklich Verärgerung oder nicht eher Verunsicherung ist. Verunsicherung darüber, dass ich mir eingestehen muss, keine Ahnung zu haben, wie du spielst. Allein diese Überlegung jedoch, diese Unwissenheit, die darin schwingt, lässt mein Zentrum pulsieren. Manchmal macht mich mein Körper verrückt.

Du gibst mir die Zeit, um mich zu verstehen, meine Reaktion auf dich, dann führt deine Hand den Weg zu meinem Schritt fort.

An meiner Pussy angekommen, ruht sie. Lange genug, dass ich dich beinahe gebeten hätte, weiter zu machen, da dringen deine Finger in mich ein, entlocken mir ein wohliges Stöhnen. Nur meine hinter dem Rücken zu Fäusten geballten Hände sorgen für ausreichend Konzentration, die Augen nicht erneut zu schließen.

Es wird deutlich schwerer mit jedem der darauffolgenden drei Stöße in mich hinein.

Ohne Vorwarnung entziehst du dich mir wieder und hältst mir deine nass glänzenden Finger vor die Nase. Meinen Geruch wahrnehmend lächle ich.

„Sauber lecken!“

Ich tue, was du möchtest, öffne die Lippen und lasse dich dabei nicht aus den Augen. Beobachte dich, während meine Zunge die Finger langsam umkreisen und sie aus meinem Mund drücken, um sie gleich darauf wieder einzusaugen. Und mir gefällt was ich sehe. Das Brennen in deinem Blick. Die angespannten Lippen und den Schwanz in deiner Hose, der sich nach außen drückt.

„Gut, Kitty!“, lobst du und deine Stimme jagt mir einen Schauer über den Rücken. Ich höre die Lust darin und das gefällt mir. Sehr sogar.

„Leg dich aufs Bett und zeig mir, worauf ich mich gleich freuen kann!“

Ich warte, bis du wieder im Sessel Platz genommen hast, bevor ich deinen Worten nachkomme. Mein Grinsen wird unverschämt, als ich mich abwende und langsam… sehr langsam und mit übertrieben schwingenden Hüften zum Bett hinüber gehe. Dort angekommen lass ich mich mit den Händen auf den Rand sinken.

Die Beine noch immer gestreckt dürfest du direkten Blick auf mein Hinterteil haben. Umso besser noch, als ich ins Hohlkreuz gehe und mir selbst an den Arsch greife, bevor ich in die Mitte des Bettes klettere, mich dir zugewandt setze und die Beine so weit spreize, dass du spätestens jetzt alles sehen dürftest. Mit den Händen streiche ich meine Schenkel entlang, fahre daran hinauf, bis beide Hände in meinem Schoss liegen und wie zufällig beginnen, an mir selbst herumzuspielen.

Ich kann fühlen, wie nass ich bin, verreibe meine Lust zwischen den Fingerspitzen und hoffe, dass dich der Anblick, den du ganz offenkundig gutheißt, ablenkt. Von meinem gezwungen entspannten Gesicht, denn eigentlich unterdrücke ich mit aller Macht ein schmerzverzerrtes Stöhnen. Irgendwo auf dem Weg über das Bett muss ich an der Kette hängen geblieben sein und meine Nippel schmerzen, als hätte jemand hineingebissen. Im Grunde ist dem ja auch so. Zahlreiche kleine fiese spitze Zähnchen, die ich selbst sogar noch festgezogen habe. Aus Trotz. Wie dumm. Wie überaus dämlich.

Aber ich will nicht, dass du es siehst. Nicht jetzt schon. Wobei es lächerlich ist. Ich weiß das, möchte aber noch einen Moment lang in meiner kleinen Illusion bleiben.

Also nehme ich die feuchten Finger meiner linken an den Mund. Sauge daran, lecke sie feucht, lasse sie immer wieder zwischen meinen Lippen verschwinden und wenn ich sie gegen das Licht halte, siehst du, wie sie glänzen. Es lenkt mich etwas von dem Schmerz ab, dich in der Hoffnung zu beobachten, du würdest dir vorstellen, meine Finger seien dein Schwanz.

Und scheinbar tust du das. Gut!

Meine Finger wandern abermals in den Schritt. Langsam schiebe ich sie in mich und meine feuchte Wärme empfängt sie. Provokativ stütze ich mich auf den anderen Arm gelehnt nach hinten auf dem Bett ab und beginne die Hüfte rhythmisch zu heben und zu senken. In dieser Position und mit zunehmenden Stößen bewegen sich auch meine Brüste. Das Beißen macht es mir zwar schwerer, doch genau das ist es auch, was mich erregt.

„Zieh an der Kette!“, befiehlst du und schlagartig erstarre ich. Scheiße ich mag das Gefühl. Ja. Aber ich habe Skrupel, es selbst zu tun. Den Schmerz beabsichtigt selbst herbeizuführen, also schüttele ich mit vor Schreck aufgerissenen Augen den Kopf. Mein Atem steht still und ich vermute, so fühlt sich ein Reh, wenn es in Scheinwerferlicht starrt.

6 Kommentare zu „Venedig sehen und spielen 2/6

  1. Grandios Catherine, da sind mir schon am frühen Morgen die Fingerchen unter den Schreibtisch und unter den Rock gerutscht, sorry, ging nicht anders und ich glaube jetzt ruft mich im Keller das Archiv 😉 Freu mich schon wenn’s weiter geht und solltest Du mal nicht mehr können, mal eine Pause brauchen, ruf mich an, ich löse Dich liebend gerne ab. Einfach klasse wie Du das beschreibst.
    Feuchte Grüße
    Sandra

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, das ist Erotik Literatur in purer Reinheit. Ich bin begeistert wie
    Du die geilen Phantasien (Oder sind es selbst erlebte Dinge….) so
    Filigran beschreibst. Das hat mich
    Sehr angemacht!

    Gefällt 1 Person

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