Venedig sehen und spielen 1/6

Deine Anweisungen waren klar und deutlich, genau wie ich es mag.

Bluse und BH liegen sorgsam zusammengelegt auf einem kleinen Stapel neben der Tür. Ein klares Zeichen. Wenn ich gehe, darf ich die Sachen wieder mitnehmen…

Ich spüre deinen Blick auf mir, als ich die Klamotten aus der Ferne noch ein letztes Mal betrachte und du gibst mir die Zeit, zu verstehen, was es bedeutet.

Zu begreifen, dass ich – nur noch mit einem knappen Rock bekleidet – vor dir stehe, während du in Hemd und Chino lächelnd wartest. Während du mich beobachtest und mir genau ansiehst, was dieses so einfach produzierte Gefälle mit mir macht. Während du wartest, ob es genügt, mich dahin zu bekommen, wo du mich haben möchtest. Ob es genügt, die devote Seite hervor zu kitzeln. Denn genau das ist es, was du möchtest. Die unterwürfige Sub. Kitty.

Und dennoch weißt du genau, dass ich es dir nicht so einfach machen werde. Es nicht kann. Weil ich dafür mehr brauche, als halbnackt vor dir zu stehen.

Dennoch macht es mich an. Es weckt meinen Spieltrieb und du erkennst es im gleichen Moment, in dem sich unsere Blicke kreuzen. Du siehst den Widerstand in meinen und ich das Glänzen in deinen Augen. Es zeigt mir, dass du wohl nichts anderes erwartet hast und mein Lächeln wird breiter. Vielleicht sollte es mich beunruhigen, dass du mittlerweile weißt wie ich ticke, doch das tut es nicht. Im Gegenteil.

Als du auf mich zukommst, die Hände noch immer in den Taschen vergraben, wird mein Lächeln mit jedem schwindenden Zentimeter breiter.

Eine Armlänge entfernt bleibst du stehen und tatsächlich habe ich mit einer Berührung gerechnet. Umso sehsüchtiger, da du langsam deinen Arm in meine Richtung ausstreckst. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich die geschlossene Faust, die du langsam öffnest, nachdem du dir meiner Aufmerksamkeit sicher bist.

Herausfordernd und dennoch fast schon provozierend gelassen präsentierst du mir zwei gezahnte Nippelklemmen mit Stellschrauben und einer silbrigen Kette dazwischen.

Ich hoffe bereits, du würdest sie mir anlegen, doch stattdessen lässt du lediglich eine davon aus deiner Hand gleiten, sodass ich sie vor mir schwingen sehe. Der Gedanke, wie sie gleich an mir schwingen wird, verwandelt mein Lächeln in ein unanständiges Grinsen.

Vielleicht hättest du die wenig subtile Aufforderung sogar ausgesprochen. Vielleicht hätte ich sie abgewartet, doch das hätte bedeutet, deiner Anweisung nachzukommen, denn fuck, ich will diese Dinger tragen. Nehme ich sie dir jedoch aus der Hand, wäre es mein Wille… Nehme ich sie unaufgefordert, kann ich dir auf diesem Weg womöglich noch eine Berührung entlocken.

Doch du bist schneller. Als ich die Untere umschließe, um nach der Oberen zu greifen, lässt du diese schlichtweg fallen. Als wolltest du eine Berührung verhindern.

Eine kleine Geste mit großer Wirkung, die mir – beabsichtigt oder nicht – zeigt, dass du entscheidest, wann ich Nähe bekomme und wann nicht. Einen Teil von mir erregt dieser Gedanke, während er gleichzeitig die Brat in mir anstachelt.

Mit leicht geneigtem Kopf und angriffslustigem Funkeln lege ich die erste Klemme an und ziehe sie fest. Dann die zweite, ohne dich aus den Augen zu lassen.

Mit leichtem Stirnrunzeln beobachtest du, was ich tue und scheinst erst zufrieden, als das Drehen der kleinen Schrauben mich keuchen lässt und meine Brustwarzen vorwitzig zwischen den Zähnchen herausdrückt.

Vielleicht hätte ich es drauf ankommen lassen sollen. Hätte sie locker belassen sollen, damit du korrigieren musst. Vielleicht hättest du mich, wenn auch nur mit der Fingerspitze berührt und es wäre mein kleiner Sieg gewesen.

Vielleicht spielt mein Kopfkino aber jetzt schon verrückt, bevor wir überhaupt richtig angefangen haben. Wobei… haben wir schon? Oder nicht? Habe ich mir gerade selbst Ketten angelegt? Fuck!

Du grinst und weißt es. Ich weiß es und frage mich, ob ich anders hätte reagieren müssen und erkenne im selben Augenblick, wie müßig der Gedankengang ist.

Deine Miene bleibt unverändert. Ein wenig amüsiert, aber auch ein Stück weit angespannt. Abwartend, bis du dir meiner Verwirrung durch die eigenen Gedanken sicher sein kannst. Dann erst setzt du dich in den bequemen Sessel, der perfekte Sicht auf das Bett bietet.

Zufall? Ich vermute eher nicht.

Und obwohl du nun ein Stück weit zu mir hinaufschauen musst, fühle ich mich nackt und auf dem Präsentierteller. Was ich in dir lese ist wachsende Zufriedenheit und das macht mich an. Wie du mich musterst, macht mich an. Wie deine Augen an meinen Beinen, an der Hüfte, an meinen Brüsten hängen bleiben und einen Moment verweilen.

Und was du siehst, scheint dir zu gefallen.

Es gibt mir mein Lächeln zurück und macht es mir leichter zu tun, was du verlangst.

„Dreh dich!“, und ich gehorche. Betont langsam. Vielleicht um etwas Zeit zu gewinnen, aber auch weil ich deine Aufmerksamkeit genieße. Das Hüpfen deines Adamsapfels sehe, als du schluckst. Weil ich es auskosten will, dass du dich möglicherweise auch zwingen musst, ruhig zu bleiben und abzuwarten.

„Dein Hintern!“, forderst du ruhig und das Beben in deiner Stimme klingt wundervoll. „Zeig ihn mir!“

Also drehe ich dir den Rücken zu, hebe den Rock ein Stück weit an und beuge mich etwas vor. So siehst du meine Rundungen, aber nicht mehr. Ein Spiel. Und ich werde das Fähnchen solange hoch halten, wie ich kann.

Nach ein paar leichten Bewegungen der Hüfte lasse ich den Rock fallen und drehe mich zu dir zurück. Die Wölbung in deiner Hose ist nicht mehr zu übersehen und unwillkürlich entweicht mir ein leises Stöhnen. Leise zwar, aber ich bin ziemlich sicher, dass du es dennoch gehört hast.

„Spreiz die Beine! Hände hinter den Rücken und Brust raus!“

Etwas mehr als schulterbreit komme ich dem nach. Das Grinsen versuche ich gar nicht mehr zu unterdrücken und die schwingende Kette, die eigentlich stören sollte, fühlt sich zu gut an. Die kleinen Zähnchen arbeiten mit jedem Atemzug und Himmel, ich liebe das.

„Wenn du Rock und Slip ausgezogen hast, wiederholen wir das!“

Mehr nicht. Aber ich gehorche auch jetzt bereitwillig, öffne bedächtig den Reißverschluss und lasse erst Rock, dann Slip zu Boden gleiten. Dann präsentiere ich dir meine nun blanke Kehrseite, um schließlich erneut die gespreizte Position einzunehmen. Vermutlich siehst du wie feucht ich mittlerweile bin. Der Slip zumindest ist im Schritt deutlich dunkler geworden.

So breitbeinig lässt du mich verharren, betrachtest mich und ich bezweifle, dass du darauf wartest, zu sehen ob ich die Nacktheit, die Geilheit beklemmend finde, doch das tue ich nicht. Ich genieße sie. Vermutlich weißt du es.

Irgendwann stehst du auf und kommst auf mich zu ohne den Blickkontakt auch nur eine Sekunde abreißen zu lassen. Du umrundest mich, jedoch noch immer, ohne mich zu berühren. DAS deprimiert mich. Ich möchte deine Haut auf meiner. Deine Hände, die mich erkunden, doch du lässt dir unendlich viel Zeit, bevor du schließlich wieder vor mir stehen bleibst. Nah genug, dass ich nur die Arme ausstrecken bräuchte, doch ich widerstehe.

4 Kommentare zu „Venedig sehen und spielen 1/6

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..