Die Privatparty Teil 1/9

Dass die Festtage eben nicht nur eine Zeit der Entspannung, Geborgenheit und Besinnlichkeit sind, ist mit erst seit dem ersten Ableger so richtig bewusst geworden.

Früher war ich ein Grinch. Einer von der Sorte, die sich beabsichtigt zu Weihnachten Arbeit liegen lässt, sich über Überstunden mit Nacht- und Feiertagszuschlag freute, um genau den dann spätestens im neuen Jahr lächelnd auf den Kopf zu hauen.

Nun, ich kann nicht abstreiten, dass sich das Leben mit genetischen Nachkommen grundlegend ändert.

Ich begann, die Jahrespflichtbeschenkung zu mögen. Wobei mögen vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist. Sagen wir also, ich wollte aus meinen Zwergen keine Grinchse machen und beschloss, ihnen zuliebe Weihnachten zu feiern.

An sich wäre ein Abend im kleinsten Kreis perfekt. Wäre, hätte, würde… die Buckligen wollen aber nicht übergangen werden.

Also erscheinen die auch am Heiligabend bei uns, wollten verköstigt und beschenkt werden und das Geständnis, dieses Jahr keine zuckergussglasierten Jahresendgebäcke gezaubert zu haben, sorgte für missbilligende „Rabenmutter!“-Blicke.

Ein Fest für die ganze Familie. Juhu!

ABER: in diesem Jahr waren wir schlauer. Nachdem die ganze Horde am 24. bei uns war, wir in den Tagen darauf die Pflichtbesuche bei allen anderen geduldig lächelnd absolviert und nach ungemütlichem Kaffeetrinken die Ableger fachgerecht an die Omas aufgeteilt waren, hatten wir sturmfrei.

Und ja, seitdem wir Eltern sind, ist das sogar noch wundervoller als früher, wenn die eigenen Eltern uns der eskalierenden Verwahrlosung für einen Abend überlassen haben. Für drei, vier Stunden… vor dem Fernseher… Nicht lang genug, um wirklich Unsinn anzustellen und erst recht nicht mit Ankündigung, um genug Zeit zu haben, dieses minimale Freiheitsfenster mit Dingen voll zu packen, für die wir die nächsten Jahre Hausarrest bekommen hätten.

Doch ich schweife ab. Sturmfrei!

Vom ungesunden – vor den Ablegern verteufelten Fastfood ganz abgesehen – hatten wir uns für beide Tage über den Joylcub verabredet.

(Es hätte in der Nacht zum Sonntag noch ein sehr viel attraktiveres Date geben können, aber die Location lag einfach außerhalb unserer zeitlich möglichen Reichweite.)   

Kurz und knapp: der Clubbesuch am Freitagabend war durchwachsen. Über den möchte ich auch gar nicht erzählen.

Ich sage nur: Herrenüberschuss, was eigentlich sehr gut sein kann, wenn sich die Männer wie Gentlemen benehmen würden und nicht jeden vorbeilaufenden Hintern ungefragt begrabschen und beim Sex dritter mit auf die Matratze steigen würden…

Wirklich spannend wurde es dann erst am Samstag. Statt des Kitty in Köln wurde es eine kleine Privatparty mit exklusivem Ambiente und Blick auf die Seenplatte.

Von der Terrasse über weichen Sand direkt zum Strand. Gut, es war zu kalt zum Baden, aber nach aufheizenden Momenten in und vor der hauseigenen Sauna wäre ein Sprung ins kühle Nass sicher machbar gewesen.

Ich sage nur so viel vorweg: meine Beine hätten mich schon nach der ersten Runde auch die wenigen Meter nicht mehr getragen.

Aber von vorn.

Wir kamen dort an, trafen die beiden Gastgeber, die uns recht kurzfristig für eben diese Party noch zugesagt und für die wir im Vorfeld keinerlei Erwartungen hatten.

Unsere erste private Veranstaltung. Ja, über den Joyclub war die finale Gästeliste am Abend zuvor gut einsehbar, aber ich bin was das betrifft einfach unfähig.

Auch wenn ich mir die Profile an sich gut merken kann, vermag mein Gehirn nicht, diese den anwesenden Gästen zuzuordnen. Die wenigsten hätte ich erkannt. Was ich aber mit Hochachtung auch hier noch einmal feststellen möchte: die Auswahl war grandios. Die beiden Gastgeber hatten wirklich ein gutes Gespür, was die Teilnehmer anbelangte.

Sowohl vom Alter, als auch von den Interessen und der Optik war das Publikum gut gemischt. Wir kamen mit allen schnell ins Gespräch, unterhielten uns hier, smalltalkten da und nach einer knappen Stunde des gegenseitigen Beschnupperns war die Stimmung so aufgelockert, als säßen wir im festen Freundeskreis zusammen.

Nach nur wenigen Augenblicken fanden wir uns im unteren Bad wieder. Einem reichlich überfüllten Bad, in dem sich bereits 5 wunderschöne nackte Frauen im Whirlpool räkelten und in dem sich deren Begleiter darum scharten. Der Anblick… allein der ließ mich bereits schmelzen. Stellt euch an dieser Stelle eine Mischung aus Emmanuell Oberhausens „Roman Bath“ (nur ohne Kleidung) und Henrietta Raes „Hylas and the Water Nymphs“ vor. Nackte, wunderschöne, in sich verschlungene Körper. Brüste, die sich vor Hitze und Erregung schnell hoben und senkten und Schwänze, die ohne jede Scham eben diesem atemberaubenden Blick huldigten.

Heilige… Dieses Bild! Es wäre die Zeit und den fachkundigen Pinselstrich eines Künstlers wert gewesen! Mehr als das!

Nennt mich romantisch verklärt, aber ich hätte die nächsten Stunden dieser Szene lediglich als Beobachter beiwohnen können.

Arielle war es schließlich, die mich zu sich winkte. Eine hochgewachsene Rothaarige. Schlank, wunderschön und sich ihrer Wirkung auf Männer definitiv bewusst. Ein wenig vorlaut und polarisierend mit Charme und regionaltypischem Jargon.

Ihre Lippen zu einem verführerischen Lächeln verzogen, saß sie zwischen den anderen Schönheiten im Wasser und ich folgte. Einfach weil ich es wollte. Ich wollte sie schmecken, ihre puppenhafte Alabasterhaut berühren, und meine Finger in dieser roten Mähne versenken.

Fuck, die Frau war einfach anziehend. Ausziehend! … Wie auch immer.

Da der Platz im Pool begrenzt war, schwang ich nur meine Beine hinein, küsste und streichelte die Meerjungfrau und genoss die Aussicht auf die anderen wunderschönen Wesen, deren Lippen und Finger plötzlich überall waren. Auf mir, auf den weiblichen Rundungen um mich herum, überall. Allein das machte mich feucht.

Keine Ahnung, wie viele Lippen ich letztendlich in diesen Minuten küsste.

Irgendwann verschob sich meine Wahrnehmung, ich war wie im Rausch. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, erscheint es mir unlogisch, nicht greifbar und erst recht nicht so klar, es wiedergeben zu können, was ich sehr bedaure. Ich hätte euch gern in diesen Moment mitgenommen.

Die Berührungen, von wem auch immer sie kamen, zogen mich derart in ihren Bann, dass ich mich fühlte, wie ein Teil eines riesigen Organismus‘. Die zunehmende Erregung der einen übertrug sich augenblicklich auf die nächste und binnen weniger Minuten – vermutlich war es länger, doch die Zeit verhielt sich in dem Moment irgendwie untypisch – schwirrte die Luft vor Erotik. Im Nachhinein möchte ich sogar behaupten, sie blitzte wie elektrisch aufgeladen, aber ja, ich weiß, dass das Unsinn ist. Wahrscheinlich…

Keine Ahnung, ich genoss es, die Frauen zu schmecken, zu riechen und ihre verschwitzen Körper zu berühren. Ihre Wangen, Haare, Brüste, Beine. Einfach alles von ihnen, dass ich vom Rand aus erreichen konnte, während auch mich zahlreiche Finger erkundeten.

Damn… es war großartig. Sollte ich irgendwann erwähnt haben, Orgien abzulehnen… mit diesen Frauen im Hinterkopf würde ich es revidieren!

2 Kommentare zu „Die Privatparty Teil 1/9

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