Tanzen, singen, spielen – Teil 3/3

„Statt bis 600 zu zählen, wirst du bei 300 pumpen!“

Verlockend und beängstigend. Und ich irgendwo zwischen Verzweiflung, Gier und Glückseligkeit.

Ich weiß nicht, wie mein Gehirn es noch fertig bringt zu zählen.


Es könnte durchaus sein, dass die dabei entstehende Zahlenfolge nichts mehr mit Logik zu tun hat… keine Ahnung!

Während sich meine mathematischen Grundfähigkeiten womöglich komplett verabschiedet haben, haben meine Gefühle scheinbar alle Zeit der Welt ihre volle Bandbreite zu offenbaren.

Sehnsucht nach dem kommenden Schmerz. Ich will ihn spüren und fürchte ihn zugleich. Ich habe Angst davor.

Ich überlege, den Ball einfach fallen zu lassen. Vielleicht könnte ich dir weis machen, dass meine zitternden Finger ihn nicht länger halten konnten… Unwahrscheinlich. Wie gesagt… du bist aufmerksam.

Ob es die Ungewissheit ist oder schlicht und ergreifend die ganze Situation an sich, who knows… doch plötzlich laufen Tränen meine Wange hinab. Die Augenbinde ist schnell vollgesogen. Mein Körper bebt binnen weniger Sekunden vor Schluchzen, was mich zugleich Plug und Knebel noch viel deutlicher spüren lässt.

300. Vielleicht habe ich mich verzählt, vielleicht auch nicht…

Ich pumpe und winde mich, soweit ich kann. Der zusätzliche Druck ist nicht mehr angenehm. Ich habe das Gefühl, es zerreißt mich.

Scheiß auf den verfickten Knebel. Er ist egal geworden. Auch dass der Speichel unkontrolliert aus mir herausläuft. Das unheimliche Stöhnen, dass so gar nicht mehr nach mir klingt… egal.

Die eingeschlafenen Beine? Egal.

Ich sehe mich selbst in Gedanken. Auf dem Boden kniend. Elend. Heulend. Und auf ein Ende hoffend.

Jede Bewegung schmerzt aber ich die Kontrolle über meine Muskeln habe ich nicht mehr.

Ob es wirklich bereits wieder Zeit ist, weiß ich nicht und warum meine Hand sich ein weiteres Mal fest um Ball schließt, auch nicht.

Ich kann nicht mehr. Statt eines Stöhnens dringt nur noch ein leises Wimmern am Knebel vorbei.

Dennoch spüre ich die Wärme deiner Hand an meiner Wange sofort. Sie spendet mir Kraft und gibt mir den Halt, den ich brauche um zumindest deine Worte in mein Bewusstsein sickern zu lassen.

„Gut gemacht, Kitty. Die Zeit ist um!“

Während du mit geschickten Fingern die Fesseln löst, ist es deine Stimme, an der ich mich festhalte.

„Der Plug und der Knebel bleiben drin, Kätzchen!“

Deine Hände helfen mir auf. Mit tauben Beinen geleitest du mich zum Bett. Und deutest mir sanft und bestimmt zugleich, mich auf den Rücken zu legen. Die Position hilft tatsächlich, den schrecklichen Druck zu lindern. Doch viel Zeit zum Durchatmen habe ich nicht.

Noch immer blindfolded, spreizt du meine Beine und der winzige Lufthauch der dabei entsteht macht mir deutlich, wie nass ich zwischen den Schenkeln sein muss.

„Kätzchen du hast fünf Minuten!“

Mit diesen Worten drückst du mir den Satysfier in die Hand.

„Wenn du es schaffst, wirst du Plug und Knebel los. Ansonsten machen wir weiter, wie zuvor! Hast du die Regeln verstanden?“

Fuck. Keine Ahnung. Nein. Ja! Ich nicke mit dem Kopf aber denken kann ich nicht.

Mit geübtem Handgriff schalte ich das Ding ein, das ich sonst so sehr genieße, doch der Druck wird durch die zusätzliche Anspannung unerträglich. Ich bin nicht sicher, ob das funktionieren kann, aber ich weiß, dass ich keinen einzelnen weiteren Hub ertragen kann.

Dazu kommt das Blut, dass ihren Weg zurück in meine Beine findet und mich mit scherzhaftem Kribbeln ablenkt.

Ehrlich gesagt ist es ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass dein Blick genau auf mein Zentrum gerichtet ist. Dass du siehst, wie mich die Qual zugleich in andere Sphären hinaufträgt, wie sie mich verzweifeln lassen. Auch hier entscheide ich mich für egal.

Ich will kommen. Und ich will den Plug loswerden.

Aber das Saugen an meiner Perle ist durch den Schmerz, der meinen ganzen Körper zu beherrschen scheint, nicht so angenehm, wie gewohnt. Sobald sich meine Muskeln auf dem Weg zum Orgasmus zusammenziehen, wird es enger.

Ich will. Und beginne langsam, die Intensität des kleinen rosanen Gadgets zu erhöhen.

Aber fallenlassen kann ich mich nicht. Noch einmal pumpen kann ich nicht. Ich muss kommen. Aber was ich will, ist nicht dieses dämliche Batterieding in meiner Hand. Ich will einfach nur gefickt werden. Ohne den Plug. Ohne den Knebel.

Was mich aus den Gedanken reißt, ist dein bedauerndes Stöhnen, das von leiser Belustigung begleitet wird.

„Die Zeit ist um!“

Mir war schon lange nicht mehr so übel, wie in diesem Moment. Mein flehend verzweifeltes Bitte, bitte, nicht! Ist kaum mehr als ein Winseln und ich hasse es zu betteln. Ich hasse, hasse, hasse es. Und du ignorierst es.

Stattdessen helfen deine Hände mir auf und mit wenigen Gesten deutest du mir an, wieder zuknien. Mittlerweile laufen die Tränen wie Flüsse hinab, tropfen heiß auf meine Schenkel.

„Zwei mal!“

Meine Hände gehorchen deinen Worten und ich weiß nicht warum. Ich will es nicht. Doch mein Körper reagiert. Der spitze Schrei klingt wenig menschlich und schreit die letzte Kraft heraus, die ich noch in mir trage.

Fuck! FUCK!!!

„In fünf Minuten hast du eine neue Chance!“

Konsequenz. Ich hasse sie und ich liebe sie.

Die Zeit bis dahin vergeht unendlich langsam. Mein Kopf hat sich verabschiedet. Ich weiß nicht, wie ich zurück aufs Bett gekommen bin, wie der Satysfier wieder in meine Hand gelangte.

„Ich empfehle dir, keine Zeit zu verschwenden!“

Oh Gott, ich hoffe so, dass mein Körper tut, was er soll. Alles ist gereizt, was mir vielleicht Vorsprung vor mir selbst gibt. Doch das Saugen des Rosanen ist nicht angenehm.

Ich schließe die Augen, versuche mich nur darauf zu konzentrieren. Den Schmerz auszublenden.

Es fällt mir schwer, aber langsam schrumpft meine Welt zusammen. Ein Empfinden, auf das ich so lang gewartet habe. Ich will untergehen. In der Lust ertrinken und ich fühle die letzte Welle. Die, die hoch genug ist, mich mitzureißen.

Und ich lasse mich fallen.

Mit Gewalt reißt sie mich mit, begräbt mich unter sich. Unter Lust und Erleichterung. Unter Zufriedenheit und Befriedigung.

Es dauert lange, bis sich der Nebel um mich lichtet und das Rauschen aus meinen Ohren verklingt. Bis mir klar wird, wo ich bin und bis ich dich sehe, wie du mir entgegenblickst. Lächelnd.

Ich fühle mich leicht und bedrückt zugleich.

Leicht, weil ich kommen durfte. Kommen konnte. Und weil ich hoffe, den Plug endlich loswerden zu dürfen. Ebenso den Knebel. Leicht, weil ich dankbar bin für diese Erfahrung.

Bedrückt, weil ich nicht sicher bin, ob du die Regeln ein weiteres Mal ändern willst. Ich kann nicht mehr und ich hoffe, du siehst es.

Dein Blick wird weich, als du näherkommst, mich von allem befreist. Halb ziehst du mich zu dir, halb kommst du mir entgegen und nimmst mich in den Arm. Die Wärme, deine Nähe tut so gut. Mit deinen Armen fest um mich gelegt, wiegst du mich sanft und genau das ist es, was ich jetzt brauche. Alle Anspannung der vergangenen Stunde fällt von mir ab.

Wie oft ich dir murmelnd danke, weiß ich gar nicht und die Tränen, die in Bächen fließen, sind unglaublich befreiend. Ich zittere vor Erschöpfung, lächle und fühle mich geboren. Verstanden.

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3 Kommentare zu „Tanzen, singen, spielen – Teil 3/3

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