Mr. Soulmate

Schon wieder Wochenende. Wie die Zeit nur so verfliegt. Draußen regnet es seit Tagen ununterbrochen. Ich bin gestresst von dem permanenten Quiecken der Kindergartenkinder, dem Gejammer mancher Kolleginnen und dem ganzen Weiterbildungskram.

Meine Stimmung ist im Keller und mir ist absolut nicht danach, in meine High Heels zu schlüpfen und mich auf irgendwelchen Tanzflächen zu tummeln. Ich will Ruhe, den Kopf leer bekommen, Entspannung und meine Seele wieder ins Gleichgewicht wippen. Gutes Essen, Eis und Sex wären auch wünschenswert – könnten mich dem Ziel sogar näher bringen.

Ich brauche meinen Seelenverwandten. Zum Glück hab ich den schon in der 10ten Klasse kennen gelernt. Wir lieben uns auf eine tiefe, schwarze Weise, geben einander Zuflucht und Geborgenheit und einen Ort, an dem wir einfach sein können.

Warum wir kein Paar sind und ein hübsches Häuschen, vier Kinder und einen Hund haben? Wir haben es mal versucht als wir etwa 20 waren. Als Paar sind wir grausam. Aber wir haben festgestellt, dass unsere Bindung ohne Beziehung für die gefühlte Ewigkeit ist.

Ich suche also Mr. Soulmates Nummer raus. „Ich brauch dich! Und Eis!“

Keine 2 Minuten später kommt seine Antwort, „Hab gerade an dich gedacht. Eis ist da. Das ganze Wochenende Du und Ich?“

Ich muss vor Vorfreude grinsen. Schicke ein kurzes „ok“ zurück, sammel meine Zahnbürste und rudimentäre – ich hab sowieso nicht vor, dieses Wochenende viel anzuziehen – Wechselwäsche zusammen, gieße noch kurz die Blumen und mache mich auf den Weg. Es liegen gute 3 Stunden Fahrt vor mir.

Als ich endlich ankomme und auf die Klingel drücke, merke ich wie kribbelig und voller Vorfreude ich bin. Etwas aufgedreht sogar. Und ich weiß nicht, ob ich das gut finde. Immerhin wollte och doch endlich mal wieder runterfahren und entspannen.

Er öffnet mir die Tür, nimmt mir meine Tasche ab, stellt sie in die Ecke und nimmt mich in den Arm. Lange. Ohne loszulassen sagt er mit „Hallo“, dass es so schön sei, dass wir uns endlich mal wieder Zeit nehmen würden. Die üblichen Begrüßungsfloskeln.

Er lockert seine Umarmung, gibt mir einen Kuss auf die Stirn und sagt: „Ich hab dir Badewasser einlaufen lassen und bring dir gleich ein Glas Wein. Komm erstmal in Ruhe an und lass dich ein bisschen verwöhnen. Wir haben Zeit.“ Der Mann weiß was ich brauche.

Wie mir geheißen, lege ich mich im Kerzenlicht in die heiße Wanne, nippe ein wenig am Wein, bestaune ein wenig die Schaumberge und mache seit Langem einfach mal nichts.

Ich weiß nicht wie lange ich dort so lag, aber als ich den Stöpsel ziehe fühle ich mich so entspannt, als hätten meine Muskeln die Konsistenz von Sahnepuddig. Ich trockne mich ab, schlüpfe in den Bademantel, den er mir hingelegt hat und mach mich auf die Suche nach meinem Gastgeber.

„Hier bin ich“, höre ich ihn aus dem Schlafzimmer rufen, „und keine Angst, Eis ist auch hier!“

Das Schafzimmer ist ebenfalls in gemütliches Kerzenlicht getaucht, im Hintergrund dudelt leise ein bisschen Jazz. In den Bademantel eingemummelt setze ich mich zu ihm ins Bett, schnappe mir eine Schüssel mit Eis, Schokosauce und Eierlikör und kuschel mich an ihn. „So fängt das Wochenende traumhaft an. Vielen Dank! Möchtest du gar kein Eis?“

Er grinst mich mit breit an, die dunkelbraunen Augen funkeln als er mir entgegnet, dass er lieber an etwas anderem lecken möchte. Im gleichen Atemzug begibt er sich vor mich, öffnet den Gürtel des Bademantel und dirigiert meine Beine liebevoll zur Seite. Sein Kopf versinkt zwischen meinen Schenkeln und spüre seine warmen weichen Lippen und seine Zunge, von der ich weiß, dass sie mich um den Verstand bringen kann.

Das mit dem geleckt werden ist so eine Sache. Er ist bis jetzt der einzige, der mir damit den Verstand rauben und mich völlig willenlos machen kann. Bei allen anderen Männern waren die Versuche zwar nett, aber auch nicht mehr. Nichts wovon ich kommen könnte oder unbedingt mehr von bräuchte. Aber beim ihm… HACH!

Mein Eis ist inzwischen eher eine Art zu kalte Suppe geworden. Egal. Tiefenentspannt und glücklich liege ich in dem frisch bezogenen Bett und in diesem Moment könnte die Welt kaum besser sein. Allerdings hätte ich mir schon denken können, dass mein Gastgeber mehr mit mir vorhat.

Er küsst sich über meine Leiste, am Bauchnabel vorbei bis zu meinen Brüsten hoch. „Euch hab ich vermisst!“ Ich muss schmunzeln und drücke seinen Kopf an mich.

Mr. Soulmate beschäftigt sich weiter mit meinen Brüsten Erzählt ihnen wohl irgendwas, das ich nicht hören soll, küsst und knetet sie, knabbert und saugt zärtlich, nimmt die Hände dazu. Eben noch dachte ich noch daran wie gerne ich schlafen würde. Aber nun. Nun denke ich daran, wie gerne ich MIT IHM schlafen würde.

Obwohl der Bademantel inzwischen weichen musste und ich hier nackt liege ist mir heiß. Und ich bin – so das denn überhaupt geht – noch feuchter als ebengerade noch. MMMMMMHHH ist das guuut!

Er lässt sich Zeit bis er beginnt, langsam mit seinen Küssen und knabbern in Richtung meines Halses zu wandern. Dabei schiebt er mit seinen Beinen meine erneut auseinander und dringt ganz langsam in mich ein. Es ist kuscheln. Es ist Sex. Irgendwie ist es Liebe machen. Definitiv ist es verschmelzen. Noch etwas, das ich so bisher nur mit ihm erlebt habe.

Ich verliere mein Zeitgefühl komplett. Immer wieder kuscheln und vögeln wir. Manchmal gleichzeitig. Ab und zu trinken wir was oder verschwinden kurz im Bad. Aber alles in allem ist es irgendwie ein einziger Flow. Besser kann ich es nicht beschreiben. Und so verstreicht das ganze Wochenende. Wenn wir Hunger bekommen bestellen wir uns Pizza, zwischendurch philosophieren schmusend über Gott und die Welt, nur um dann doch wieder miteinander zu schlafen. 

4 Kommentare zu „Mr. Soulmate

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