Ein Überraschungspaket

Ein Gastbeitrag

Wenn der Postmann zweimal klingelt… und die Verlockung nicht vor der Tür steht, sondern in einem unscheinbaren Karton steckt.

Oder:

Selbst ist die Frau… wären da nicht diese verfickten Handschellen…

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Ich sitze auf dem Bett und lächle. Verträumt und nervös, mit einer gehörigen Portion Kopfkino. Meine Finger gleiten über das unscheinbare recycling-braune Päckchen, dass der Postbote vorhin vorbeigebracht hat.

Öffne es, lockt mich die Neugier.

Lass die Finger davon, mein weniger risikofreudiger Verstand.

Schließlich ist es das erwartungsvolle Pochen zwischen meinen Schenkeln, das mich mit zittrigen Fingern den Karton öffnen lässt.

Obenauf ein schwarzer Umschlag.

Das Papier riecht nach ihm und lässt mich lächeln.

Wenige Worte, die mein Herz schneller schlagen lassen, zieren den innenliegenden Brief.

„Sei fertig angezogen, wenn ich um zehn zu Hause bin!“    

Ein Blick in das Paket lässt mich lachen. Darin liegen nur Dinge, die mir definitiv nicht helfen, angezogen zu sein.

Okay, bis um zehn habe ich noch etwas mehr als eine Stunde. Eine Stunde, in der ich mir ausmale, was er tun wird, wenn er nach Haus kommt. Eine Stunde an deren Ende ich vermutlich willig und bereit für alles sein werde, den netten Utensilien nach zu urteilen, die ich bedächtig vor mir auf dem Laken ausbreite.

Als das Paket schon fast leer ist, mein Kopf allerdings mehr als voll mit Bildern und Möglichkeiten des Abends, sehe ich einen weiteren Zettel am Boden des Kartons.

Eine Anleitung, wie sich herausstellt. Ich grinse. Ja, er ist äußerst pragmatisch und er liebt es, die Kontrolle zu haben. Selbst wenn es nur um den Inhalt eines Pakets geht. 

Die Anleitung ist ebenso knapp formuliert, wie sein Brief an mich. Der Ton unmissverständlich und meine Pussy wird feuchter mit jedem Schritt, den ich erst lese, dann umsetze.

1. Zieh dich aus.

Jede Anweisung steht auf einem extra Blatt. Ja, ich könnte nachschauen, wohin mich das alles führen wird, aber ich liebe Überraschungen. Also tue ich das, was er verlangt und genieße das herrliche Kribbeln, das vor Aufregung meinen Körper durchflutet. Die freudige Erwartung, die in einem grandiosen Finale enden wird. So viel steht fest.

2. Leg das Halsband an.

Ein breites Lederband, das etwas zu eng für meinen Hals ist und bei bestimmten Drehungen des Kopfes das Atmen ein wenig erschwert.

3. Jetzt den Knebel.

Ok, dieses Ding finde ich weniger geil, aber ich weiß er sieht es gern, wenn ich mich nicht mehr unter Kontrolle habe. Mein Speichelfluss gehört dazu.

4. Und den Plug.

Fuck, ich liebe das, wenn der drin ist und Er mein anderes Loch füllt. Allein der Gedanke lässt mich schmelzen.

5. Zieh die Heels an.

Der Knebel verhindert es zum größten Teil, aber ich muss grinsen. Die stehen ganz unten im Schrank und das Halsband bereitet mir einige Mühen, dort noch heran zu kommen, sodass ich auf die Knie gehen muss.

6. Die Klammern sind genau richtig. Verstell sie nicht, ich werde das überprüfen.

Ich sehe die Nippelklemmen. Er weiß, wie sehr ich die liebe und dennoch zucke ich kurz zusammen, als ich sie ansetze. Der Druck ist ein wenig zu fest, aber ich wage nicht, die Stellschraube zu drehen. Irgendwie ist es auch einfach zu gut.

7. Kopfhörer auf. Auf dem MP3-Player ist eine passende Playlist.

Ich greife nach den gepolsterten Kopfhörern, drücke auf Play und eine faszinierende Mischung aus Musik und Gestöhne trifft auf mein Trommelfell.

8. Oberste Treppenstufe. Die Kette sollte passen.

Jetzt werde ich stutzig. Vor mir liegt eine Kette mit jeweils einem Schloss am Ende. An der Treppe in die obere Etage angelangt, lege ich sie um den Metallstab des Geländers, verschließe das eine Ende mit einem Klick und lasse das andere Ende herunter.

9. Stell die Cuffs nicht zu weich ein!

Mit zwei weiteren Klicks schließt sich das kalte Metall um meine Gelenke.

10. Im Slip ist eine nette Überraschung!

Ich sehe das schwarze Latexding, sehe den wirklich gut bestückten Innendildo und lasse ihn schwer atmend mit einer gehörigen Portion Gleitgel in mir verschwinden. Scheiße ich möchte bitte jetzt einmal kommen!

11. Mach die Beine breit, Kleines!

Sie Spreizstange wird meine Beine auf etwa 80 Zentimeter geöffnet halten. Weit genug, um für ihn leicht zugänglich zu sein, sobald er die Tür öffnet. Der Knebel lässt mein Stöhnen dumpf klingen.

12. Leg den Player unten neben dir auf die Erde, zieh die Augenbinde an und verschließe das zweite Schloss zwischen den Handschellen. Dann warte!

Jetzt werde ich doch nervös. Die Uhr sagt, ich habe noch etwas mehr als 40 Minuten. Ich überlege, ob ich warten sollte. 40 Minuten können sehr lang sein, besonders, wenn die eigene Geilheit das Zeitempfinden durcheinanderbringt.

Auf der anderen Seite… Ich kenne mich. Weiß, dass es gerade das ist, was mich umso mehr anmacht.

Scheiß drauf, denke ich und tue was er verlangt. Den MP3-Spieler auf dem Boden, die schwarze Satinbinde über den Augen, positioniere ich mich unter der Treppe, suche nach dem Ende der Kette und schaffe es, nach einigen Versuchen, das Schloss daran mit den Handschellen zu verbinden.

Das verlockende Klick höre ich nicht. Ich muss sagen, die Kopfhörer leisten wirklich gute Arbeit und die Musik darin lässt meinen inneren Voyeur tanzen und die kleine Schlampe in mir vor Lust zittern.

Allein würde ich hier nicht mehr wegkommen. Im Paket waren nicht mal Schlüssel…

Im selben Moment jedoch durchfährt mich ein Schaudern. Die ganzen „Was-Wenns“ strömen auf mich ein.

Was wenn er sich verspätet. Was wenn er verhindert ist, ich mich im Datum geirrt habe, jemand anderes den Hausschlüssel unter der Matte findet, das Haus abfackelt und die Feuerwehr mich hier hängen sieht…

Hätte ich gekonnt, hätte ich mir selbst einen Vogel gezeigt.

Ja, Okay. Meine Gedanken sind vielleicht berechtigt, aber:

Ich liebe das Risiko. Schon immer.

Also beruhige ich mich, dränge die dunklen Gedanken beiseite und konzentriere mich auf die inneren Werte. 😉

Der Latexschwanz in mir fühlt sich auch einfach zu gut an, um nicht ständig daran zu denken. Soweit es die Stange zwischen meinen Beinen zulässt, lasse ich die Hüfte kreisen und tatsächlich heizt mich das nur weiter an. Ich stöhne, versuche, größere Bewegungen zu machen, aber Seine Maßnahmen sind äußerst effektiv. Recht bald wird mir bewusst, dass ich so vermutlich nicht kommen werde.

Ein gewisses Maß an Frust stellt sich irgendwann ein, das vom Beißen der Nippelklemmen gut befeuert wird. Vielleicht hätte ich sie doch etwas sanfter stellen und lieber seine Konsequenzen in Kauf nehmen sollen. Nun ja. Der Zug ist wohl abgefahren.

Mit der Zeit wird auch das Stehen auf den Heels anstrengend. Es muss wohl ziemlich lächerlich aussehen, wie ich tänzelnd versuche, das Gewicht wieder und wieder zu verlagern und erst einen, dann den anderen Fuß zu entlasten. Hinzu kommt der Druck des Halsbandes, der mich zwingt, unnötige Bewegungen des Halses zu verhindern.

Es ist eine Qual. Eine süße, die mich immer wieder stöhnen lässt und die mein Zeitgefühl vollkommen durcheinanderwirbelt. Die Stimmen auf den Kopfhörern tragen ihren Teil dazu bei. Nur leider wird bei denen gevögelt, während ich hier stehe und warte. Zergehe, zwischenzeitlich fluche und versuche das Pochen meiner Pussy entweder zum Schweigen oder zum Explodieren zu bringen. Beides vergeblich.

Schwer atmend und verschwitzt genieße ich also und leide, einem Orgasmus so nah und dennoch wissend, ihn nicht erreichen zu können.

Keine Ahnung, wie spät es ist, die Stimmen auf den Kopfhörern haben schon drei Mal das geschafft, worauf ich noch warte, da spüre ich Finger in meinen Haaren. Sie greifen danach und ziehen meinen Kopf rückartig in den Nacken.

Ein Kuss versiegelt meine Lippen, die erschrocken aufschreien wollen.

Ich spüre seine Zunge meinen Hals hinabgleiten, seine streichelnden Finger auf meiner Haut und weiß, es wird großartig.

M.F.

3 Kommentare zu „Ein Überraschungspaket

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